
Saint-Étienne-Fans protestieren und treffen Präsidenten vor Anhörung der Regierung
Tausende Fans von AS Saint-Étienne demonstrierten und trafen sich mit Vereinspräsident Ivan Gazidis vor einer entscheidenden Anhörung der Regierung bezüglich der Zukunft ihrer Fangruppierungen. Laut Berichten von RMC Sport versammelten sich zwischen 3.000 und 5.000 Fans vor dem Ligue 2-Spiel gegen Dunkerque am 9. April 2026, um gegen die mögliche Auflösung ihrer Ultras-Gruppen zu protestieren.
Die Versammlung, organisiert von Gruppen wie den Magic Fans und Green Angels, bewegte sich anschließend hinter einem Banner mit der Aufschrift „Le chaudron ne se dissout pas“ (Der Kessel löst sich nicht auf) zum Stade Geoffroy-Guichard. Nach der Demonstration traf eine Delegation von etwa zehn Fans Gazidis, der zuvor seine öffentliche Unterstützung ausgesprochen hatte, andere Vereinsbeamte, den Bürgermeister von Saint-Étienne, Régis Juanico, und Senator Pierre-Jean Rochette. Dieses Treffen diente als Vorbereitung auf eine formelle Anhörung, die für Montag, den 13. April, im französischen Innenministerium angesetzt ist.
Im Stadion zeigten die Green Angels trotz der Schließung ihres üblichen Sektors ein Banner, das ihre Einheit und ihren Stolz zum Ausdruck brachte. Die Unterstützung von den Rängen schien das Team zu beflügeln, das einen Sieg gegen Dunkerque errang, ein Ergebnis, das den Druck auf den Ligakonkurrenten Troyes im Aufstiegsrennen erhöhte. Der Anlass für die Anhörung der Regierung ist eine langjährige Untersuchung der Aktivitäten bestimmter Ultras-Gruppen im französischen Fußball, wobei die Behörden die Befugnis haben, Organisationen aufzulösen, die eine Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellen.
Die Situation in Saint-Étienne wird im gesamten französischen Fußball genau beobachtet, da sie einen Testfall für das Verhältnis zwischen Vereinen, ihren leidenschaftlichsten Fans und dem Staat darstellt. Die Vereinsführung versucht durch direkten Kontakt mit den Fans, einen Weg zu finden, der die kulturelle Bedeutung der Gruppen anerkennt und gleichzeitig alle rechtlichen Bedenken ausräumt. Das Ergebnis der ministeriellen Anhörung könnte einen bedeutenden Präzedenzfall für die Behandlung ähnlicher Fälle in anderen Vereinen der Ligue 1 und Ligue 2 schaffen.
Der Protest und das Treffen unterstreichen die tief verwurzelte Verbindung zwischen dem Verein und seinen Fans, eine Beziehung, die als entscheidend für die Identität eines der traditionsreichsten Teams Frankreichs angesehen wird. Da der Verein um den Aufstieg in die höchste Liga kämpft, ist die Bewältigung dieser Situation außerhalb des Spielfelds genauso wichtig wie die Ergebnisse auf dem Platz. Die Solidarität zwischen Spielern, Präsident und Fans unterstreicht eine geeinte Front angesichts externer Kontrolle.

