Cesc Fabregas hat den tiefgreifenden Einfluss von Antonio Conte auf seine Karriere detailliert beschrieben und gleichzeitig das ambitionierte Projekt beim Como, dem Serie-A-Club, den er nun trainiert, umrissen. Auf einer Pressekonferenz vor dem Spiel seiner Mannschaft gegen Conte's Napoli sprach der ehemalige spanische Nationalspieler über seine Managementphilosophie und den überraschenden Aufschwung seines Teams in Richtung europäischer Qualifikation.
Fabregas, 37 Jahre alt, bestreitet seine erste volle Saison als Cheftrainer, nachdem er im vergangenen November die Leitung beim Como übernommen hatte. Sein Team liegt derzeit auf dem fünften Platz der Serie A mit 61 Punkten, nur drei Punkte hinter Juventus, was sie in eine Position bringt, um um einen Platz in der Champions League zu kämpfen. Das bevorstehende Spiel gegen den amtierenden Meister stellt eine bedeutende Herausforderung für den neu aufgestiegenen Verein dar.
Rückblickend auf seine Zeit als Spieler unter Conte bei Chelsea lobte Fabregas den Italiener dafür, dass er seine körperlichen Fähigkeiten transformiert habe. „Er hat mich körperlich so viel leiden lassen, in Bezug auf Anforderungen, Laufen, Intensität, immer mit voller Kraft“, sagte Fabregas. Er gab zu, dass er sich nach einer schwierigen Eingewöhnungsphase von vier bis fünf Monaten außergewöhnlich stark fühlte und erklärte, er „sei im Dezember geflogen“. Fabregas betonte, dass er nun versuche, eine ähnliche, wenn auch unterschiedliche, fordernde Mentalität in seinen Como-Kader zu instillieren.
Der junge Trainer sprach auch über die bemerkenswerte Saison seines Teams und deutete an, dass sie nun wieder in Bestform seien. „Habe ich mein Como auf 100% gesehen? Ja. Mentalität, Mut…“, erklärte er und zog einen Vergleich zu seinen frühen Tagen als Kapitän eines jungen Arsenal-Teams unter Arsène Wenger. Er lobte die Widerstandsfähigkeit und Solidarität seiner Spieler, insbesondere beim jüngsten Auswärtssieg in Genua, als Beweis für die kollektive Denkweise, die er aufbaut.
Bezüglich der europäischen Ambitionen blieb Fabregas vorsichtig. Auf die direkte Frage nach der Champions League antwortete er: „Ich antworte nicht.“ Er erklärte, dass die endgültige Ligatabelle und andere Pokalwettbewerbe die Qualifikation beeinflussen könnten und sagte: „Wenn Lazio die Coppa Italia gewinnt und du Siebter wirst, besteht die Möglichkeit, dass du ausscheidest.“ Sein öffentlicher Fokus liegt weiterhin streng auf einem Spiel-für-Spiel-Ansatz, wobei eine umfassendere Bewertung nach dem Saisonabschluss gegen Cremonese geplant ist.
Fabregas berührte auch breitere Fußballthemen und nannte das jüngste Champions-League-Halbfinale zwischen Paris Saint-Germain und Bayern München „das beste Spiel meines Lebens“ aus der Sicht eines Zuschauers. Er enthüllte, dass er Clips von solchen Elite-Spielen, einschließlich der Analyse von Spielern wie Michael Olise, als Lehrmittel für seinen Kader verwendet, um das Niveau des modernen Fußballs zu veranschaulichen. Zu Schiedsrichterkontroversen plädierte er für Verständnis und sagte, er gehe nie von böswilligen Absichten der Schiedsrichter aus und lasse sie lieber ohne unnötigen Druck arbeiten.
Die Pressekonferenz unterstrich Fabregas' raschen Übergang vom Elite-Spieler zu einem nachdenklichen, detailorientierten Trainer, der eine ausgeprägte Kultur beim Como aufbaut. Während ein Platz unter den ersten Vier eine monumentale Leistung wäre, besteht die unmittelbare Aufgabe des ehemaligen Mittelfeldspielers darin, eine herausfordernde Schlussphase zu meistern, beginnend mit dem taktischen Duell gegen seinen ehemaligen Mentor Conte an diesem Wochenende.



