Chelsea hat eine Einigung erzielt, um Marco Palestra von Inter für eine geschätzte Ablösesumme von 55 Millionen Euro zu verpflichten, wobei der Spieler fast 6 Millionen Euro pro Jahr verdienen soll. Der Transfer erfolgt, nachdem Inter bereits eine Vereinbarung mit Atalanta über Palestra erzielt hatte, wobei der Spieler mit 50 Millionen Euro plus Boni bewertet wurde und ihm ein Nettojahresgehalt von 2,5 Millionen Euro angeboten wurde, mit potenziellen Erhöhungen.
Der Transfer scheint auf den ersten Blick ein weiteres Beispiel für die finanzielle Diskrepanz zwischen der Premier League und der Serie A zu sein, wobei englische Vereine ihre italienischen Pendants ausgeben können. Eine genauere Betrachtung der finanziellen Situation beider Vereine zeigt jedoch ein differenzierteres Bild. Jüngste Finanzberichte für die Saison 2024-25 zeigen Chelseas Umsatz bei 584 Millionen Euro im Vergleich zu Inter Mailand bei 546 Millionen Euro – eine Differenz von nur 38 Millionen Euro.
Wo sich die Kluft deutlich weitet, sind die Kosten. Chelseas Gesamtausgaben für Gehälter und Spielerabschreibungen erreichten 680 Millionen Euro (428 Millionen Euro für Gehälter und 252 Millionen Euro für Abschreibungen), während Inter Mailands kombinierte Kosten bei 314 Millionen Euro lagen (253 Millionen Euro für Gehälter und 61 Millionen Euro für Abschreibungen). Dies führte zu einem Verlust von 312 Millionen Euro für Chelsea und einem historischen Gewinn von 35 Millionen Euro für Inter. Die Berechnungen der UEFA, ohne konzerninterne Transaktionen, beziffern Chelseas Vorsteuerdefizit sogar noch höher, auf 407 Millionen Euro.
Dies wirft Fragen nach Chelseas Fähigkeit auf, die Financial-Fairplay-Bestimmungen der UEFA einzuhalten, insbesondere da sie bereits im vergangenen Jahr eine Vergleichsvereinbarung mit der UEFA unterzeichnet haben. Diese Vereinbarung setzte strenge Ziele voraus, darunter die Verpflichtung, 20 Millionen Euro für die Nichteinhaltung der „Football Earnings Rule“ (ein maximaler Verlust von 60 Millionen Euro über drei Jahre) und 11 Millionen Euro für die Verletzung des „Squad Cost Ratio“ (Teamkosten innerhalb von 70 % des Bruttoumsatzes) zu zahlen. Chelsea nutzte zuvor Bilanzierungstricks, wie den Verkauf seiner Frauenmannschaft und Hotels an verbundene Unternehmen, um seine finanzielle Position künstlich zu verbessern, was die UEFA für FFP-Zwecke weitgehend ignoriert.
Die Zahlen für 2024-25 wurden auch durch einmalige Kosten wie Spielerwertberichtigungen und die UEFA-Strafe beeinflusst. Während Spielerverkäufe für die Saison 2025-26 Einnahmen in Höhe von etwa 340 Millionen Euro generierten, wird die kommende Saison 2026-27 durch fehlende Einnahmen aus der Champions League beeinträchtigt, da Chelsea die Premier League auf dem zehnten Platz beendete und sich nicht für den europäischen Wettbewerb qualifizierte. Die Vergleichsvereinbarung erfordert, dass Chelsea die Geschäftsplanzahlen für 2024-25 einhält, die Verluste für 2025-26 auf 60 Millionen Euro begrenzt und für 2026-27 einen ausgeglichenen Haushalt erreicht. Andernfalls drohen Strafen oder sogar der Ausschluss von UEFA-Wettbewerben.



