Der kanadische Stürmer Jonathan David hat sich bei der WM 2026 als herausragender Spieler erwiesen, sein Hattrick beim 6:0-Sieg gegen Katar katapultierte ihn an die Spitze der Turniertorschützenliste, gleichauf mit Lionel Messi. Diese Leistung markiert eine deutliche Wende für den 26-Jährigen, der nach einer weniger überzeugenden Leistung im Eröffnungsspiel Kanadas gegen die Schweiz zunächst Kritik erntete.
David schloss sich im vergangenen Sommer als ablösefreier Spieler von Lille der Juventus an und kam mit einem guten Ruf an, nachdem er in der vorherigen Saison in allen Wettbewerben 25 Tore für den Ligue 1-Club erzielt hatte, darunter neun in der Champions League. Seine Anpassung an den italienischen Fußball erwies sich jedoch als schwierig, wobei frühzeitig Berichte über Isolation innerhalb der Juventus-Kabine auftauchten. Trainer Luciano Spalletti bezog sich sogar scherzhaft auf einen frühen kulturellen Fauxpas mit Parmesan und Pasta mit Meeresfrüchten.
Trotz seines jüngsten WM-Erfolgs plant die Juventus, David zu verkaufen, wie die Corriere dello Sport berichtet. Die italienische Zeitung bemerkte, dass David gegen Katar "Ausführungsgeschwindigkeit, Positionsbewusstsein, Mut und Präzision" zeigte – Eigenschaften, die während seiner Zeit in Turin scheinbar fehlten. Der Verein soll eine Ablösesumme von rund 30 Millionen Euro für den Stürmer anstreben.
Das Problem, so italienische Quellen, liegt in einem wahrgenommenen Mangel an Körperlichkeit und Aggressivität vor dem Tor. Ein Spiel im Januar gegen Lecce, in dem Juventus 36 Flanken schlug, David aber keine verwerten konnte, wird als Wendepunkt genannt. Spallettis taktische Aufstellung mit Kenan Yildiz, Francisco Conceicao und Weston McKennie erfordert einen robusteren Mittelstürmer, eine Rolle, die Dusan Vlahovic mit fortschreitenden Vertragsverhandlungen bald ausfüllen soll.
Spalletti hat öffentlich erklärt, dass das Team einen Stürmer braucht, der "körperlich mit dem Innenverteidiger kämpfen kann", was er derzeit nicht für David für gegeben hält. Das Datenanalyseunternehmen FootballTransfers hatte zuvor eine schlechte stilistische Passung zwischen David und Juventus festgestellt und den Transfer nur mit zwei Sternen für Kompatibilität bewertet. David blühte in einem Doppelsturm mit Cyle Larin für Kanada auf, aber Juventus' System setzt weitgehend auf einen einzelnen Mittelstürmer. Dieses Missverhältnis trug letztendlich zu seinen Schwierigkeiten in Italien bei, trotz seiner offensichtlichen internationalen Qualität.




