
Ehemaliger Präsident des Französischen Fußballverbands Jean-Pierre Escalettes im Alter von 90 Jahren verstorben
Jean-Pierre Escalettes, der ehemalige Präsident des Französischen Fußballverbands (FFF), ist im Alter von 90 Jahren verstorben. Der FFF bestätigte die Nachricht am Dienstag und würdigte den Funktionär, der die Organisation von 2005 bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2010 leitete. Während seiner Amtszeit sicherte sich Frankreich die Austragungsrechte für die UEFA Euro 2016 und die Nationalmannschaft erreichte das Finale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006.
Der derzeitige FFF-Präsident Philippe Diallo reagierte auf die Nachricht und erklärte: „Mit tiefer Emotion und großer Trauer zollt der Französische Fußballverband heute Jean-Pierre Escalettes Tribut.“ Diallo hob Escalettes lebenslange Hingabe an den Sport hervor und wies auf seinen Weg vom Amateurspieler und -trainer bis zum höchsten Amt des Verbandes hin. „Nachdem er so viel für den Amateurfußball geleistet hatte, als Spieler, Trainer, Funktionär und dann Präsident der Amateurfußball-Bundesliga, präsidierte Jean-Pierre Escalettes den Französischen Fußballverband von 2005 bis 2010“, sagte Diallo.
Die offizielle Erklärung des FFF richtete „ihre aufrichtigsten und herzlichsten Gedanken an seine Familie, seine Lieben und die gesamte Fußballfamilie“. Escalettes, gebürtig aus Béziers, hatte vor seiner Wahl zum Präsidenten zahlreiche Positionen innerhalb der administrativen Struktur des französischen Fußballs inne. Er war Präsident des Distrikts Dordogne, Präsident der Liga Nouvelle-Aquitaine und Generalsekretär des CA Ribérac. Neben dem Fußball arbeitete er als Sprachlehrer an der Berufsschule Arnaut-Daniel in Ribérac.
Seine Präsidentschaft endete jedoch abrupt nach der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Escalettes trat nach dem berüchtigten Spielerstreik der Nationalmannschaft bei dem Turnier zurück, einem Ereignis, das in Frankreich als „Knysna-Affäre“ bekannt ist. Die interne Meuterei des Teams, die nach der Suspendierung des Stürmers Nicolas Anelka nach einem Streit mit Trainer Raymond Domenech stattfand, wurde zu einem nationalen Skandal und führte zu einer umfassenden Umstrukturierung der Verbandsführung.
Trotz des kontroversen Endes seiner Amtszeit umfasst Escalettes Vermächtnis bedeutende Meilensteine für den französischen Fußball. Die erfolgreiche Bewerbung um die Euro 2016, die Frankreich 2010 zugesprochen wurde, ist eine wichtige Errungenschaft, die ein großes internationales Turnier zum ersten Mal seit der Weltmeisterschaft 1998 ins Land brachte. Das Stadion in seiner Heimatstadt Ribérac trägt seinen Namen, ein Beweis für seinen lokalen Einfluss. Sein Tod markiert das Ableben einer bedeutenden Persönlichkeit aus einer entscheidenden Ära in der modernen Geschichte der französischen Fußballverwaltung.



