Die Walt Disney Company hat sich laut einem Bericht des belgischen Medienhauses DH die exklusiven Übertragungsrechte für die drei wichtigsten UEFA-Klubwettbewerbe in Belgien gesichert. Der Vertrag, der den Zeitraum von 2027 bis 2031 abdeckt, wird es Disney+ ermöglichen, alle Spiele der UEFA Champions League, der UEFA Europa League und der UEFA Europa Conference League zu streamen. Dies stellt eine bedeutende Veränderung in der belgischen Medienlandschaft dar und beendet langjährige Partnerschaften mit den bisherigen Rechteinhabern.
Der Vertrag entzieht RTL, das die Rechte seit dem Jahr 2000 hielt, und Proximus, das seit 2012 Rechteinhaber war, die Rechte. Dieser Schritt stellt Disneys+ bedeutendsten Vorstoß in die Live-Übertragung von europäischem Spitzenfußball in der Region dar und erweitert das Sportportfolio nach der bestehenden Berichterstattung über die UEFA Women’s Champions League in Frankreich. Die Plattform basiert auf einem Abonnementmodell, was angesichts der belgischen Gesetzgebung bezüglich der Übertragung von Spielen mit nationalen Vereinen eine besondere Herausforderung darstellt.
Die belgische Gesetzgebung bezeichnet Spiele mit Beteiligung der Landesvereine in europäischen Wettbewerben als "Ereignisse von großer Bedeutung", was bedeutet, dass sie im frei empfangbaren Fernsehen verfügbar sein müssen. Disney+ wird daher verpflichtet sein, diese spezifischen Spiele an einen terrestrischen Sender zu unterlizenzieren, der für alle Zuschauer ohne Abonnement zugänglich ist. Es bleibt abzuwarten, wie die Plattform diese regulatorische Anforderung bewältigen wird, sei es durch eine Partnerschaft mit einem bestehenden Sender oder einem anderen Modell.
Der Erwerb unterstreicht den wachsenden Wettbewerb durch globale Streaming-Dienste auf dem europäischen Sportrechtsmarkt und stellt eine Herausforderung für traditionelle Rundfunkanstalten dar. Für Disney ist dies ein strategischer Schachzug, um die Abonnentenzahlen und das Engagement in einem wichtigen europäischen Markt zu steigern, indem eine der begehrtesten Sportrechte gesichert wird. Die finanziellen Bedingungen des Vertrags wurden nicht bekannt gegeben.
Dieser Schritt steht im Gegensatz zur Situation im Nachbarland Frankreich, wo Canal+ kürzlich die nationalen Rechte für denselben UEFA-Wettbewerbszyklus behielt. Der belgische Markt wird nun als Fallstudie für einen großen Streaming-Dienst dienen, der als Hauptrechteinhaber für europäische Spitzenfußballrechte fungiert und Exklusivität mit regulatorischen Verpflichtungen für freien Zugang in Einklang bringt.




