
Ehemaliger ivorischer Nationalspieler Abdoulaye Traoré wegen Vergewaltigung zu Haft verurteilt
Der ehemalige ivorische Fußballspieler Abdoulaye Traoré wurde zu drei Jahren Gefängnis wegen Vergewaltigung verurteilt. Der Gewinner des Afrika-Nationen-Pokals 1992 wurde am Donnerstag wegen einer nicht einvernehmlichen sexuellen Handlung mit einer 21-jährigen Frau im März 2021 verurteilt, als er 54 Jahre alt war, wie eine Justizquelle der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Das Gericht in Abidjan verhängte außerdem eine Geldstrafe von 15 Millionen CFA-Franc (entspricht etwa 23.000 Euro), die an das Opfer zu zahlen ist, einen zehnjährigen Entzug seiner Bürgerrechte und ein fünfjähriges Betretungsverbot für die Stadt Bouaké.
Traoré, ein ehemaliger Stürmer, erlebte eine bedeutende Karriere hauptsächlich in Frankreich in den späten 1980er und 1990er Jahren. Er spielte für FC Metz, SC Toulon, Sète und Avignon und bestritt 37 Länderspiele für die ivorische Nationalmannschaft. Er war ein Schlüsselspieler der Elefanten-Mannschaft, die 1992 den ersten kontinentalen Titel des Landes gewann und im Finale im Elfmeterschießen gegen Ghana als Einwechselspieler eingesetzt wurde.
Die Ivorische Liga für Frauenrechte gab eine Erklärung heraus, in der sie das Urteil begrüßte und es als „einen wichtigen Schritt im Kampf gegen die Straflosigkeit für sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt“ bezeichnete. Der Fall wurde von Frauenrechtsgruppen im Land genau beobachtet, die die Strafverfolgung eines hochrangigen ehemaligen Athleten als einen wichtigen Test des Justizsystems betrachteten.
Nach seiner Spielerkarriere blieb Traoré eine bekannte Persönlichkeit im ivorischen Fußball. Dieses Urteil stellt einen tiefen Fall für einen Spieler dar, der einst als Nationalheld gefeiert wurde. Das Urteil ist sofort wirksam, ohne dass eine Aussetzung der Haftstrafe gemeldet wurde.
Das Gerichtsverfahren unterstreicht eine breitere Bewegung innerhalb des Sports, um Fälle sexueller Gewalt anzugehen, unabhängig vom Status der Beteiligten. Die Fußballbehörden in der Elfenbeinküste haben noch keinen öffentlichen Kommentar zur Verurteilung ihres ehemaligen Nationalspielers abgegeben. Das Urteil beendet einen Fall, der seit mehr als drei Jahren seit dem gemeldeten Vorfall anhängig ist.


