
Gennaro Gattuso tritt nach verpasster WM-Qualifikation als Italiens Teamchef zurück
Gennaro Gattuso hat sein Amt als Trainer der italienischen Nationalmannschaft im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Italienischen Fußballverband (FIGC) niedergelegt. Die Entscheidung, die in einer offiziellen Erklärung am Freitag bekannt gegeben wurde, kommt nur drei Tage nachdem Italien die Qualifikation für die WM 2026 in Nordamerika verpasst hat. Der ehemalige Trainer von AC Mailand und Marseille beschrieb seinen Abschied mit "schwerem Herzen", nachdem er die gesteckten Ziele nicht erreicht hatte.
Gattusos Abgang war weithin erwartet und löst eine Phase bedeutender Umwälzungen für den italienischen Fußballverband aus. Sein Ausscheiden folgt auf die Rücktritte des FIGC-Präsidenten Gabriele Gravina und des Teamchefs Gianluigi Buffon, wodurch die Führungsstruktur des Verbandes einer kompletten Neuausrichtung bedarf. Die Suche nach einem neuen Trainer, der die Azzurri in die EM-Qualifikation 2028 führen soll, hat nun oberste Priorität.
Berichten in der italienischen Presse zufolge gehören zu den ersten Kandidaten, die Gattuso ersetzen sollen, zwei ehemalige italienische Teamchefs: Roberto Mancini, der das Team zum EM-Sieg 2020 führte, und Antonio Conte, der die Mannschaft zwischen 2014 und 2016 trainierte. Beide stellen eine bekannte Größe dar und eine mögliche Rückkehr zu einer traditionelleren italienischen taktischen Herangehensweise.
Es wurde jedoch auch eine radikalere Vision der Erneuerung vorgeschlagen, die über die etablierten Trainer des Landes hinausgeht. Zwei hochkarätige Namen wurden inoffiziell mit der Position in Verbindung gebracht. Didier Deschamps, der sein Amt als französischer Nationaltrainer nach der WM 2026 verlassen wird, und Pep Guardiola, dessen Zukunft bei Manchester City über seinen aktuellen Vertrag hinaus noch nicht bestätigt ist, wurden laut Quelle als potenzielle Kandidaten genannt. Dies würde eine dramatische Abkehr hin zu einem ausländischen Trainer für die viermaligen Weltmeister bedeuten.
Der Verband steht nun vor einer grundlegenden Wahl: einen bekannten Mann zu ernennen, um Stabilität zu gewährleisten, oder eine transformative Personalie aus dem Ausland zu suchen, um eine neue Philosophie einzuleiten. Gattuso, Weltmeister von 2006 als Spieler, übernahm Ende 2024 das Traineramt der Nationalmannschaft. Seine Amtszeit scheiterte letztendlich am entscheidenden Versäumnis, sich für das Turnier 2026 zu qualifizieren, und setzt damit den Kreislauf der Enttäuschung für Italien seit dem Gewinn der Europameisterschaft fort, nachdem sie auch die WM 2022 verpasst hatten. Der nächste Trainer wird die schwere Last tragen, den Stolz und die Wettbewerbsfähigkeit einer in der Krise befindlichen Fußballnation wiederherzustellen.



