Juventus hatte 2017 die Möglichkeit, Erling Haaland zu verpflichten, als er ein vielversprechendes, aber weitgehend unbekanntes Talent bei Molde war, wie ein Bericht in Tuttosport enthüllt. Die Geschichte tauchte erneut auf, nachdem Haaland bei der Weltmeisterschaft stark gespielt und seine Torjägerqualitäten bei Manchester City fortgesetzt hatte.
Der erste Kontakt wurde über Guido Vaciago, einen Direktor bei Tuttosport, hergestellt, der ein Interview mit Morabito, einem erfahrenen Agenten, aus dem Jahr 2021 hervorhob. Morabito enthüllte, dass Cherubini, damals Jugenddirektor bei Juventus, ihn im November 2017 beauftragt hatte, mit Molde zu verhandeln, wobei er seine Kontakte in Skandinavien zu Jim Solbakken und Ole Gunnar Solskjær nutzte, der zu dieser Zeit Haalands Trainer war. Der erste Tipp kam von Dodo Spinosi, dem Sohn des ehemaligen Juventus-Spielers Luciano Spinosi, der Kontakte zu Haalands Vater hatte.
Juventus-Offizielle reisten nach Norwegen, um Haaland zu beobachten und waren beeindruckt von dem jungen Spieler und seinem Potenzial. Haaland und sein Vater wurden anschließend nach Turin eingeladen, wo sie das Trainingsgelände von Juventus besichtigten und ein Spiel gegen Inter besuchten. Nach dem Besuch gab der Vater von Haaland grünes Licht für die Aufnahme von Verhandlungen mit Molde. Molde forderte jedoch eine Ablösesumme von 10 Millionen Euro, während Juventus 2,5 Millionen Euro plus eine Weiterverkaufsbeteiligung von 50 % bot. Molde äußerte Bedenken, dass Juventus Haaland nur kaufen würde, um ihn später weiterzuverkaufen.
Weitere Gespräche fanden im Westin Palace in Mailand statt, an denen Vertreter von Molde und Juventus-Vorstände wie Marotta, Paratici und Cherubini teilnahmen. Trotz einer scheinbar bevorstehenden Einigung zögerte Juventus aufgrund der relativ hohen Ablösesumme für einen unbewiesenen Teenager. Der Verein blockierte die Verhandlungen, und Haaland wechselte schließlich für 5 Millionen Euro zum Red Bull Salzburg, was durch Mino Raiola erleichtert wurde, der zu seinem Agenten wurde. Der ehemalige Juventus-CEO Beppe Marotta hat die verpasste Gelegenheit seitdem als einen seiner größten Bedauern bezeichnet und die Risikobewertung bei der Verpflichtung junger Spieler anerkannt.
Obwohl Juventus möglicherweise ein ähnliches Angebot wie die 60 Millionen Euro, die Borussia Dortmund 2023 von Manchester City erhielt, akzeptiert hätte, deutet der Bericht darauf hin, dass der größte Verlust die verpasste Chance war, einen der besten Stürmer der Welt in seinen Reihen zu haben. Die Situation verdeutlicht das schwierige Gleichgewicht zwischen kalkuliertem Risiko und potenziellem Ertrag bei Fußballtransfers.




