Die ehemaligen Bayern-Mittelfeldspieler Toni Kroos und Lothar Matthäus haben gegensätzliche Ansichten über die Chancen des deutschen Meisters im Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain. Das Hinspiel findet am Dienstagabend in Paris statt, das Rückspiel ist für nächste Woche in München angesetzt.
Kroos, der 2013 mit dem Bayern die Champions League gewann, bevor er zu Real Madrid wechselte, glaubt, dass die Krawatte ausgeglichen ist. In einem Interview mit Sky Deutschland bezeichnete der aktuelle Real-Madrid-Star das Spiel als Aufeinandertreffen der beiden besten Mannschaften Europas. Er lobte Bayerns insgesamt gute Saison, nachdem sie bereits den Bundesliga-Titel gesichert und als klarer Favorit für das DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen gelten. "Wenn man in diese Phase kommt, die wir jetzt im Mai erreichen und überall vertreten sind, dann hat man hervorragende Arbeit geleistet", sagte Kroos. "Und in der Champions League sehe ich jetzt ein 50:50-Spiel zwischen dem, was ich für die beiden besten Mannschaften Europas halte".
Im Gegensatz dazu hat Lothar Matthäus, eine Bayern-Legende und Kapitän der deutschen Weltmeistermannschaft von 1990, darauf getippt, dass PSG weiterkommt. In seiner Kolumne für Sky argumentierte Matthäus, dass sich die französische Mannschaft seit der 2:1-Niederlage gegen Bayern in der Gruppenphase im vergangenen November deutlich verbessert habe. Er wies auf die starke Leistung von PSG in der zweiten Halbzeit dieses Spiels hin, das nach der Roten Karte für Bayerns Joshua Kimmich in Überzahl gespielt wurde, als Zeichen ihres Potenzials. "Ich schätze Paris Saint-Germain jetzt höher ein als im November", schrieb Matthäus. "Sie bauten auf dieser Leistung in den K.o.-Runden auf. Daher glaube ich nicht, dass Bayern in Paris so dominant sein wird wie im November, zumal dieses Spiel kein K.o.-Spiel war".
Die unterschiedlichen Meinungen unterstreichen den unvorhersehbaren Charakter der Krawatte. Bayern reist ohne den gesperrten Alphonso Davies zum Parc des Princes, während PSG vom Comeback des Starstürmers Kylian Mbappé profitiert, der am Wochenende geschont wurde. Der historische Kontext fügt eine weitere Ebene hinzu, da Bayern PSG 2020 im Champions-League-Finale mit 1:0 besiegte. Für PSG, trainiert von Luis Enrique, stellt dieses Halbfinale eine Chance dar, nur das zweite Finale zu erreichen und die kontinuierlichen hohen Investitionen auf der Suche nach europäischem Ruhm zu rechtfertigen. Für Bayern wäre der Gewinn der Champions League der krönende Abschluss eines nationalen Double in Thomas Tuchels erster Saison als Trainer und die Rettung einer Saison, die von Turbulenzen abseits des Platzes geprägt war.




