
Englischer FA Will Torhüter für Unter-8-Jährigen Ab 2026-27 Abschaffen
Der Englische Fußballverband (FA) hat eine radikale Änderung im Jugendfußball in England angekündigt und bestätigt, dass Spiele für Kinder unter acht Jahren ab der Saison 2026-27 keine Torhüter mehr haben werden. Anstelle des aktuellen Fünf-gegen-Fünf-Formats werden die jüngsten Altersgruppen auf kleineren Feldern Drei-gegen-Drei-Spiele spielen. Der Dachverband des englischen Fußballs gab an, dass dieser Schritt darauf abzielt, die Anzahl der Ballkontakte für jedes Kind in diesen prägenden Jahren zu erhöhen.
Die Entscheidung ist Teil einer umfassenderen Überprüfung des Jugendförderweges, so Quellen innerhalb der FA. Sie folgt auf die vorherige, schrittweise Abschaffung von Kopfballtraining für Spieler unter elf Jahren, die 2024 umgesetzt wurde. Der Leiter des Basis-Fußballs der FA deutete unter Berufung auf interne Studien an, dass die Abschaffung der spezialisierten Torhüterposition auf der untersten Ebene alle Kinder dazu ermutigen würde, ein breiteres Spektrum an technischen Fähigkeiten mit den Füßen zu entwickeln.
Allerdings hat der Vorschlag sofort Kritik aus einigen Teilen der Trainer-Community hervorgerufen. Nick Eyre, Torwarttrainer des Non-League-Clubs Chelmsford City, sagte der BBC, er glaube, die Änderung könnte "katastrophal" für die langfristige Ausbildung von Elite-Torhütern in England sein. "Wir können keinen Fußball ohne Torhüter spielen, es sei denn, wir lassen diesen Sport wie Basketball werden", sagte Eyre. Er äußerte Bedenken, dass Kinder mit einer natürlichen Begabung für die Position, wie z. B. guter Hand-Auge-Koordination, verloren gehen könnten, wenn sie nicht frühzeitig erkannt und gefördert werden.
Die Debatte berührt ein immer wiederkehrendes Problem für den englischen Fußball, dem oft vorgeworfen wird, in den letzten zwei Jahrzehnten keine konstante Pipeline an Weltklasse-Torhütern hervorzubringen. Während sich Spieler wie Jordan Pickford etabliert haben, wurde der Entwicklungsweg für Spezialisten häufig in Frage gestellt. Befürworter des neuen Plans der FA argumentieren, dass frühe Spezialisierung schädlich sein kann und dass die Förderung einer umfassenden Ballbeherrschung zuerst ein Modell ist, das in anderen europäischen Nationen erfolgreich eingesetzt wird.
Der Wechsel zu Drei-gegen-Drei-Fußball ohne Torhüter soll eine flüssigere, integrativere und technisch orientiertere Einführung in das Spiel schaffen. Die Überwachung der Änderung durch die FA wird entscheidend sein, wobei der Dachverband angibt, dass er die Auswirkungen auf die Teilnahmequoten und die technische Entwicklung jährlich bewerten wird. Die langfristigen Auswirkungen auf die Torhüterposition werden sich erst in vielen Jahren zeigen, wenn die ersten Kohorten, die dieses neue System erleben, die Altersgruppen durchlaufen.


