
Barcelonas Defensive Schwäche Trübt Champions-League-Ambitionen
Die wiederkehrenden Defensiv-Einbrüche des FC Barcelona in entscheidenden europäischen Spielen sind zu einem prägenden Fehler ihrer Ära nach 2015 geworden und untergraben ihr Streben nach dem sechsten Champions-League-Titel. Seit die berühmte Abwehrkette aus Dani Alves, Gerard Piqué, Javier Mascherano und Jordi Alba das Trophy in Berlin in diesem Jahr sicherte, hat der katalanische Verein eine Reihe katastrophaler Ausscheiden erlitten, von der 3:0-Niederlage in Rom im Jahr 2018 bis zur demütigenden 8:2-Niederlage gegen Bayern München im Jahr 2020.
Dieses Muster der Anfälligkeit hat sich in der neuen Generation fortgesetzt. Laut Analysen der letzten Kampagnen ist das Problem systemisch. Im Jahr 2024 war Ronald Araujos Rote Karte im Rückspiel des Viertelfinals gegen Paris Saint-Germain entscheidend für eine 4:1-Niederlage in der Gesamtwertung. Im folgenden Jahr kassierte Barcelonas Abwehr über zwei Halbfinalspiele gegen Inter Mailand sieben Gegentore. Zuletzt sah in der Kampagne 2026 der junge Star Pau Cubarsi unter Druck den Roten Karton gegen Giuliano Simeone von Atlético Madrid in einem kritischen Moment.
Die Suche des Vereins nach einer Lösung hat zu einer internen Überprüfung des defensiven Profils geführt. Seit dem Rücktritt des ikonischen Kapitäns Carles Puyol im Jahr 2014 mangelt es Barcelona an einem dominanten, charismatischen Anführer in der Abwehr. Darüber hinaus mangelt es dem aktuellen Kader, abgesehen von Araujo, der 1,92 m groß ist, an signifikanter Größe, wobei die meisten Innenverteidiger um die 1,84 m liegen. Dieses körperliche Profil wird von einigen Beobachtern als Nachteil bei Standardsituationen und Luftduellen angesehen.
Ein weiteres festgestelltes Defizit ist das Fehlen eines natürlichen linksfüßigen Innenverteidigers, eine Rolle, die Jeremy Mathieu zwischen 2014 und 2017 zuverlässig ausfüllte. Die aktuellen Optionen, darunter Cubarsi, Eric Garcia, Andreas Christensen und Araujo, sind alle Rechtsfüßer, was potenziell das Gleichgewicht und den Winkel der Ballverteilung von hinten einschränken könnte. Die jüngste Geschichte des Vereins deutet darauf hin, dass die Behebung dieser spezifischen Eigenschaften – Führung, körperliche Präsenz und Fußigkeit – als wesentlich für den Wiederaufbau einer Abwehr angesehen wird, die dem Druck der Champions-League-K.o.-Spiele standhalten kann.
Mit Hansi Flick nun an der Spitze wird das langfristige Projekt weiterhin um Talente wie Lamine Yamal und Pedri aufgebaut. Das allgemeine Fazit der Experten ist jedoch, dass Barcelonas Träume von europäischem Ruhm unerfüllt bleiben werden, bis die Defensivabteilung mit einem robusteren und erfahreneren Rückgrat verstärkt wird. Die Aufgabe besteht darin, einen Verteidiger zu finden, der die Siegermentalität, Zuverlässigkeit und taktische Disziplin verkörpert, die seit der Ära von Puyol und Piqué fehlt.



