Juventus hat den türkischen Rechtsverteidiger Rasim Celik ablösefrei verpflichtet, ein Schritt, der eine langjährige und oft umstrittene Rivalität mit Rom wieder entfacht hat. Der Transfer wurde nach einer Einigung mit dem Spieler bestätigt, trotz vorheriger mündlicher Absprachen mit Rom, und soll bei den Verantwortlichen des römischen Vereins für Verärgerung gesorgt haben.
Dieser Transfer stellt das jüngste Kapitel in einer Geschichte von Transfers zwischen den beiden italienischen Giganten dar, die sich über Jahrzehnte erstreckt. Die Feindseligkeit reicht bis ins Jahr 1970 zurück, als Rom gezwungen war, junge Talente wie Capello, Spinosi und Landini aufgrund finanzieller Schwierigkeiten an Juventus zu verkaufen. Obwohl Rom eine finanzielle Entschädigung und Spieler im Gegenzug erhielt, lösten die Umstände der Verkäufe Empörung unter den Fans aus.
Die Rivalität intensivierte sich in den 1980er Jahren mit der Verfolgung von Zibi Boniek, der sich letztendlich für Juventus anstelle von Rom entschied, obwohl er die Trainingsanlagen des Clubs besucht hatte. Weitere Reibereien entstanden 2004 mit den Transfers von Jonathan Zebina und Emerson zu Juventus nach zähen Verhandlungen, eine Situation, die von vielen Roma-Fans als Verrat angesehen wurde. Im Laufe der 1990er und 2000er Jahre wechselten Spieler wie Angelo Peruzzi, Thomas Haessler, Miralem Pjanic, Mirko Vucinic und Wojciech Szczesny zwischen den Vereinen.
Zu den jüngeren umstrittenen Transfers gehören Paulo Sousa im Jahr 1994, den Rom kurz vor dem Abschluss zu haben glaubte, bevor Juventus eingriff. Im Jahr 2001 wurde Antonio Cassano zum Streitpunkt, wobei Rom letztendlich seine Unterschrift gegen eine beträchtliche Ablösesumme sicherte. Radja Nainggolan und Juan Iturbe waren ebenfalls Ziele beider Vereine im Jahr 2014, wobei Rom erneut die Oberhand gewann. Kürzlich wechselten Paulo Dybala und Matias Soulé in die entgegengesetzte Richtung, was die Spannungen scheinbar entspannte. Die Verpflichtung von Celik sowie das gemeldete Interesse von Juventus an Pellegrini haben die Rivalität jedoch neu entfacht und den Fokus erneut auf die Beziehung zwischen den aktuellen Trainern Gasperini und Ricky Massara gerichtet, der Rom kürzlich nach Meinungsverschiedenheiten mit Gasperini verlassen hat.
Celik schließt sich Juventus als ablösefreier Spieler an und sorgt für mehr Tiefe in der Rechtsverteidigung. Der Transfer soll den bestehenden Spielern auf dieser Position Konkurrenz bieten und die Defensivfähigkeiten von Juventus stärken. Der Schritt signalisiert auch die anhaltende Ambition von Juventus auf dem Transfermarkt, während sie versuchen, eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzubauen.



