
Luís Castro kontert Kritik des Nantes-Präsidenten und droht mit rechtlichen Schritten
Der ehemalige Trainer des FC Nantes, Luís Castro, hat öffentlich auf die scharfe Kritik des Vereinspräsidenten Waldemar Kita reagiert und mit möglichen rechtlichen Schritten zur Verteidigung seines Rufs gedroht. Der portugiesische Trainer, der nun das Ruder bei La Liga-Verein Levante übernommen hat, veröffentlichte seine Stellungnahme über die französische Zeitung Ouest-France. Dies geschieht, nachdem Kita in einem aktuellen Interview Castro als einen der schlechtesten Trainer seiner Amtszeit bezeichnet und suggeriert hatte, dass Trainer Präsidenten „geiseln“.
Castros Umfeld erklärte, man habe sich bisher entschieden, die Kontroverse nicht anzuheizen, fühle sich aber nun gezwungen, auf die Kritik zu reagieren, um den Ruf des Trainers zu verteidigen. Man betonte, dass Castros Karriereweg „von vielen Fußballgrößen breit anerkannt“ sei, was durch sein sofortiges Engagement nach seinem Abschied aus Nantes belegt werde. Laut der Erklärung wurde Castro von mehreren Vereinen kontaktiert und begann innerhalb von zehn Tagen nach seinem Weggang ein neues sportliches Projekt bei Levante.
Der 57-jährige Trainer hat nun die Aufgabe, Levante vor dem Abstieg zu bewahren, der Verein belegt derzeit den 18. Tabellenplatz in La Liga, zwei Punkte hinter dem rettenden Ufer. Seit seiner Ankunft hat der valencianische Verein sich vom Tabellenende nach oben gearbeitet. Die Erklärung von Castros Vertretern ging auch auf seine Zeit beim Nantes ein und stellte fest, dass er während seiner Amtszeit „Vorschläge zur Planung der Saisonstruktur und zur Zusammensetzung des Kaders“ im Rahmen seiner Aufgaben vorgelegt habe, diese aber „nicht umgesetzt“ worden seien.
Am wichtigsten ist, dass die Erklärung abschließend darauf hinweist, dass Castro rechtliche Schritte in Erwägung zieht. „Luís Castro behält sich das Recht vor, gegebenenfalls über die entsprechenden Kanäle zu handeln, um seine Ehre und seinen Ruf zu verteidigen“, heißt es. Dies bereitet die Bühne für eine mögliche rechtliche Auseinandersetzung zwischen dem Trainer und dem Ligue 1-Verein, der derzeit unter seinem Nachfolger Antoine Kombouaré gegen den Abstieg kämpft.
Castros Zeit beim Nantes war kurz und turbulent. Nachdem er im vergangenen Sommer ernannt worden war, betreute er nur vier Siege in 17 Ligaspielen, bevor er entlassen wurde, während der Verein im Abstiegskampf steckte. Seine anschließende schnelle Verpflichtung durch Levante unterstreicht sein anhaltendes Ansehen auf dem europäischen Markt, insbesondere für Vereine in Krisensituationen. Der öffentliche Streit wirft ein Licht auf die oft schwierige Beziehung zwischen Kita und seinen zahlreichen Trainern, wobei der Präsident in der Vergangenheit ähnliche kontroverse Äußerungen über andere ehemalige Manager gemacht hat.
Für Nantes ist die Kontroverse eine unerwünschte Ablenkung, während sie sich auf einen entscheidenden Überlebenskampf gegen Rennes am Wochenende vorbereiten. Der Verein liegt knapp über dem Relegationsplatz, vor allem dank der verbesserten Form unter Kombouaré. Für Castro liegt der Fokus weiterhin darauf, den Verbleib von Levante in der höchsten Spielklasse zu sichern, während die Drohung mit rechtlichen Schritten gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber im Hintergrund lauert und das bittere Ende seines Engagements im französischen Fußball unterstreicht.


