Der Olympique Lyonnais wurde von einem Gericht in Rio de Janeiro dazu verurteilt, innerhalb von drei Tagen 21 Millionen Euro an Botafogo zu zahlen, wie aus einem Bericht von Globo Esporte hervorgeht. Das Urteil resultiert aus einem langwierigen finanziellen Streit zwischen den beiden Vereinen, der mit der Zeit zusammenhängt, in der der amerikanische Geschäftsmann John Textor bei Lyon die Führung innehatte. Textor ist nun Präsident von Botafogo.
Die Zahlung von 21 Millionen Euro ist nur ein Bruchteil der Gesamtsumme, um die es geht. Botafogo schätzt den Gesamtwert des Rechtsstreits auf 128 Millionen Euro. Der brasilianische Verein hatte zuvor eine Beschwerde eingereicht, in der er einen einseitigen Vertragsbruch bezüglich finanzieller Beiträge und Kredite beanstandete, die zwischen den beiden Unternehmen vereinbart wurden, mit der klaren Erwartung einer Rückzahlung.
Laut den Behauptungen von Botafogo wurden diese Verträge nach der Ankunft von Michele Kang als neuer Mehrheitsaktionärin von Lyon nicht eingehalten, was zu dem angeblichen Vertragsbruch führte. Diese Situation hatte erhebliche Konsequenzen für Botafogo, was dazu führte, dass die FIFA dem Verein eine Transfer-Sperre für 2025 auferlegte. Der Streit verdeutlicht die komplexen finanziellen Verflechtungen, die aus Textors Multi-Club-Netzwerk zurückbleiben, zu dem auch Beteiligungen an Crystal Palace und RWD Molenbeek gehören.
Für Lyon, derzeit Dritter der Ligue 1, stellt die Gerichtsverfügung eine unerwünschte Ablenkung abseits des Spielfelds und eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Der Verein muss nun entscheiden, ob er die sofortige Zahlung von 21 Millionen Euro leistet oder weitere rechtliche Schritte einleitet. Der höhere Anspruch von 128 Millionen Euro von Botafogo lastet ebenfalls auf dem Verein und könnte Lyons finanzielle Planung für zukünftige Transferfenster gefährden.
Der Fall unterstreicht die rechtlichen und sportlichen Risiken, die mit Multi-Club-Besitzmodellen und komplexen Inter-Club-Finanzierungen verbunden sind. Da John Textor nun den Verein leitet, der den Anspruch geltend macht, ist der Streit zu einer direkten juristischen Auseinandersetzung zwischen Lyons aktuellen und ehemaligen Eigentümerstrukturen geworden. Der Ausgang wird von anderen Vereinen, die an ähnlichen Multi-Club-Partnerschaften beteiligt sind, genau beobachtet werden.




