Der Präsident des Italienischen Fußballverbands (FIGC), Giovanni Malagò, hat bekannt gegeben, dass Paolo Maldini sein Hauptziel für die Position des Nationaltrainers war. Die Ankündigung erfolgte während eines Interviews mit Dazn, das heute Abend vollständig auf der App veröffentlicht wird.
Malagò betonte eine Veränderung im Entscheidungsprozess und erklärte, dass es das erste Mal sei, dass ein Verbandspräsident sich von der direkten Ernennung des Präsidenten von Club Italia zurückziehe und stattdessen einen kollaborativen Ansatz suche. Er präzisierte, dass vor den Gesprächen mit Maldini und Leonardo kein Kontakt zu potenziellen Trainern aufgenommen wurde, da dies die Grundlage ihrer Arbeitsbeziehung untergraben hätte.
Über die Trainersuche hinaus ging Malagò auf breitere Bedenken innerhalb des italienischen Fußballs ein und wies auf einen deutlichen Rückgang der Teilnahme bei den 18- bis 35-Jährigen hin. Er führte dies sowohl auf demografische Veränderungen als auch auf eine wachsende Präferenz für andere Sportarten bei jungen Menschen zurück. Trotzdem ist die Gesamtzahl der Teilnehmer stabil geblieben, was auf das Wachstum von Futsal, Frauenfußball und Beachsoccer zurückzuführen ist. Malagò betonte die Bedeutung, den Reiz wiederherzustellen und die nächste Generation zu inspirieren, und zog Parallelen zum Erfolg von Jannik Sinner im Tennis und dem potenziellen Schub durch die Olympischen Winterspiele in Mailand-Cortina.
Malagò sprach auch über die Fortschritte des Frauenfußballs in Italien und lobte die zunehmende Professionalisierung der Serie A und die Wettbewerbsfähigkeit der Nationalmannschaft. Er räumte eine Infrastrukturlücke im Vergleich zu Ländern wie den Vereinigten Staaten, Norwegen und Kanada ein, wo Frauenfußball in die Sportprogramme von Schulen und Universitäten integriert ist. Er ist davon überzeugt, dass eine Erweiterung der Teilnehmerbasis für weiteres Wachstum entscheidend ist. Bezüglich Innovationen im Fußball zeigte sich Malagò offen für Veränderungen, die das Spektakel verbessern, warnte aber vor Veränderungen, die die Grundprinzipien des Sports gefährden, und nannte die erfolgreiche Einführung des Rally-Point-Systems im Volleyball als positives Beispiel.
Die Ernennung von Maldini, einer legendären Figur im italienischen Fußball, würde ein neues Zeitalter für die Nationalmannschaft einläuten und potenziell ein Programm revitalisieren, das in den letzten Jahren vor Herausforderungen stand. Dieser kollaborative Ansatz bei der Auswahl des Nationaltrainers und des technischen Direktors deutet auf den Wunsch nach mehr Transparenz und gemeinsamer Verantwortung innerhalb der FIGC hin.



