
Marie-Louise Eta schreibt Geschichte: Erste Frau übernimmt Bundesliga-Team bei Union Berlin
Marie-Louise Eta wurde als neue Cheftrainerin des 1. FC Union Berlin in der Bundesliga ernannt und ist damit die erste Frau, die ein Männerteam in einer der fünf großen europäischen Ligen betreut. Die 34-Jährige, die bisher Assistentin beim Verein war, wird das Team ab sofort leiten, bestätigte der Verein am Sonntag.
Eta, die auf Steffen Baumgart folgt, hat die Aufgabe, den Klassenerhalt des Vereins in der Bundesliga zu sichern. Union Berlin steht derzeit auf dem 11. Tabellenplatz, sieben Punkte vor dem Relegationsplatz. Ihr erstes Spiel als Cheftrainerin wird gegen den SC Freiburg am letzten Spieltag der Saison sein.
Ihre Ernennung ist ein historischer Moment für die deutsche Fußball-Bundesliga. Laut dem Verein ist Eta die erste Frau, die Cheftrainerin eines Männerteams in der Bundesliga wird. Sie hat einen Vertrag für den letzten Spieltag und das kommende Relegationsspiel unterzeichnet, wobei der Verein eine Option zur Vertragsverlängerung hat, so Quellen innerhalb des Vereins.
Eta, eine ehemalige Profispielerin, war bereits Trainerin in der Jugendabteilung von Union Berlin und in der Vergangenheit als Co-Trainerin bei der ersten Mannschaft tätig. Sie besitzt die höchste Trainerlizenz in Deutschland, die Fußball-Lehrer-Lizenz, die sie 2022 erwarb. Ihre Trainerkarriere begann nach einer Knieverletzung, die sie mit 26 Jahren zur Beendigung ihrer Spielerkarriere zwang, was zu Engagements bei Jugendnationalmannschaften und bei Werder Bremen führte.
"Ich freue mich sehr, dass der Verein mir diese anspruchsvolle Aufgabe anvertraut hat", sagte Eta in einer vom Verein veröffentlichten Erklärung. "Eine der Stärken von Union war schon immer unsere Fähigkeit, in schwierigen Momenten zusammenzuhalten. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam mit dem Team die Punkte holen werden, die wir brauchen, um die Klasse zu halten."
Die Entscheidung wurde von der Union Berlin-Mannschaft und ehemaligen Spielern begrüßt. Ex-Spieler Lucas Tousart, jetzt beim VfB Stuttgart, sagte der französischen Sportzeitung L'Équipe: "Als sie Assistentin war, konnte man bereits erkennen, dass die Vereinsführung ihr Potenzial sah, die Nummer eins zu werden. Es spielt keine Rolle, ob man ein Mann oder eine Frau ist, solange man die Fähigkeiten hat. Und sie hat sie." Der Vereinspräsident Dirk Zingler ist ein bekannter Verfechter der Förderung aus den eigenen Reihen.
Etas unmittelbare Herausforderung besteht darin, den Punkt gegen den SC Freiburg zu sichern, der den Klassenerhalt von Union Berlin rechnerisch garantieren würde. Sollte sie erfolgreich sein, wird der Verein voraussichtlich ihre Verpflichtung als dauerhafte Cheftrainerin in Betracht ziehen. Ihre Ernennung wird als ein bedeutender Schritt für die Bundesliga angesehen, der möglicherweise den Weg für weitere weibliche Trainerinnen im Männerfußball in Europa ebnet.



