
Marseille ernennt ehemaligen Orange-CEO Stéphane Richard zum neuen Präsidenten
Olympique Marseille hat die Ernennung von Stéphane Richard zum neuen Präsidenten des Vereins bestätigt, der Pablo Longoria ablöst. Laut Berichten von La Provence hat Eigentümer Frank McCourt den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Telekommunikationsriesen Orange ausgewählt, um die Ligue 1 Mannschaft zu führen. Die offizielle Bekanntgabe wird voraussichtlich am Freitagmorgen auf einer Pressekonferenz erfolgen.
Die Ernennung von Richard, die seit mehreren Wochen in Erwägung gezogen wurde, markiert eine bedeutende Veränderung in der Führungsstruktur des Vereins nach dem offiziellen Ausscheiden von Longoria Ende März. Der 63-jährige französische Manager bringt einen Hintergrund in hochrangigen Geschäften und der Politik mit, anstatt einer direkten Fußballverwaltung. Er ist Absolvent der renommierten Wirtschaftshochschule HEC Paris, ehemaliger Kabinettschef der Politiker Jean-Louis Borloo und Christine Lagarde und sitzt derzeit im Aufsichtsrat des Grand Port Maritime de Marseille.
Dieser Schritt signalisiert McCourts Wunsch nach einem anderen Profil an der Spitze und bevorzugt unternehmerische und politische Erfahrung, während Marseille Stabilität und Wachstum anstrebt. Der Verein hat eine turbulente Zeit auf und neben dem Platz erlebt, wobei häufige Wechsel in der Trainerbank und in der Geschäftsführung die langfristige Planung behindert haben. Richards unmittelbare Aufgabe wird es sein, eine ruhige Hand und eine klare strategische Richtung zu bieten und innerhalb des finanziellen Rahmens zu arbeiten, der von der französischen Fußball-Finanzaufsichtsbehörde DNCG überwacht wird.
Sein Posteingang wird voll sein, mit wichtigen Entscheidungen bezüglich des sportlichen Projekts und der Zukunft des Sportdirektors Mehdi Benatia, dessen Rolle nun Berichten zufolge unter die Lupe genommen wird. McCourt soll die Zukunft von Benatia im Rahmen dieser umfassenderen Umstrukturierung geklärt haben. Der mangelnde direkter Fußballhintergrund des neuen Präsidenten wird Fragen aufwerfen, aber seine lokalen Hafenverbindungen und seine Managementerfahrung in einem großen französischen Unternehmen werden als Vermögenswerte für einen Verein angesehen, der seine kommerzielle Basis festigen und seine Abläufe modernisieren möchte.
Der Abgang von Longoria, der maßgeblich an der Spielerakquise beteiligt war, hinterlässt eine beträchtliche Lücke. Richards Erfolg wird wahrscheinlich daran gemessen, ob er die richtige sportliche Führung ernennen kann, um sich auf dem Transfermarkt zu bewegen und eine wettbewerbsfähige Mannschaft für Trainer Jean-Louis Gasset aufzubauen. Für McCourt stellt diese Ernennung einen entscheidenden Schritt bei der Neugestaltung der Vereinsstruktur nach einer Phase der Reflexion dar, mit dem Ziel, das ehrgeizige Projekt des Vereins endlich mit konstanten Ergebnissen sowohl in der Ligue 1 als auch im europäischen Wettbewerb in Einklang zu bringen.



