AC Mailand und Juventus spielten am Sonntag im San Siro ein spannungsgeladenes und torloses Unentschieden, ein Ergebnis, das kaum etwas an der engen Meisterschaftsrennen um die Qualifikation für die Champions League ändert. Das Spiel, das arm an klaren Torchancen war, war dennoch intensiv, mit mehreren hitzigen Auseinandersetzungen auf dem Feld und Momenten der Frustration von beiden Banken.
Die größte Chance des Spiels hatte Mailands Alexis Saelemaekers, dessen Schuss in der zweiten Halbzeit die Latte traf, was bei den Juventus-Vorständen Andrea Agnelli und Maurizio Arrivabene auf den Tribünen für sichtbare Erleichterung sorgte. Für Juventus wurde ein Treffer von Marcus Thuram in der ersten Halbzeit wegen Abseits aberkannt. Der geteilte Punkt lässt beide Vereine in einer prekären Position in der Tabelle zurück, wobei der Kampf um einen Platz in den Top Vier weiterhin hart umkämpft ist.
Die zugrunde liegende Erzählung eines hochriskanten Spiels wurde vor dem Anpfiff unterstrichen, als Juventus-Torwart Mattia Perin von der 'Bordocam'-Kamera von DAZN dabei gefilmt wurde, wie er seine Teamkollegen im Tunnel anfeuerte und sagte, sie müssten "einen halben Fuß dort hinlegen, wo es zählt". Der Druck der Situation war auch in den technischen Bereichen deutlich zu spüren, wo Juventus-Trainer Massimiliano Allegri wiederholt frustriert über die langsame Ballzirkulation seines Teams in der ersten Halbzeit gestikulierte.
Die Spannungen eskalierten auf dem Platz bei einem bemerkenswerten Vorfall, an dem die ehemaligen Teamkollegen Adrien Rabiot und Manuel Locatelli beteiligt waren. Nach einem Foul von Locatelli an Rabiot kam es zu einer Konfrontation, bei der Locatelli, nun Kapitän von Juventus, die Mailänder Spieler um den Schiedsrichter in Frage stellte. Ein Friedensangebot scheiterte, was zu einem kurzen, aber heftigen Streit zwischen den beiden Mittelfeldspielern führte, wobei Mailands Rade Krunic Locatelli an seine Pflichten als Kapitän erinnerte.
Das Spiel hatte auch einen leichteren Moment, als Luka Modric Juventus' Tiago Djaló die Zunge herausstreckte, nachdem er von ihm ausgetrickst worden war, und eine besorgniserregende Kopfkollision zwischen Locatelli und Mailands Ismaël Bennacer, die zu dessen Auswechslung führte. Beim Abpfiff erkundigte sich Locatelli nach Bennacer, entschuldigte sich und gab ihm einen Kuss auf den Kopf, was die feine Linie zwischen Rivalität und Respekt verdeutlichte.
Für beide Mannschaften stellt das Ergebnis eine verpasste Gelegenheit dar, im Rennen um die Top Vier zu punkten. Angesichts der knappen Margen könnte die Unfähigkeit, einen Sieg zu erringen, sich als kostspielig erweisen, was ihren verbleibenden Spielen in dieser Saison noch mehr Bedeutung verleiht.




