José Mourinhos Rückkehr zu Real Madrid ist bereits von Reibungen begleitet, da er offenbar mit Vereinspräsident Florentino Pérez über die Transferpolitik unterschiedlicher Meinung ist. Pérez wurde am Sonntag als Präsident wiedergewählt und ernannte umgehend Mourinho, in der Hoffnung, dass der erfahrene Trainer den spanischen Giganten wieder zu Erfolgen führen kann.
Pérez hatte zuvor Mourinhos erste Amtszeit im Verein als Grundlage für die späteren Triumphe in der Champions League gewürdigt, trotz einer umstrittenen Phase. Der Versuch der letzten Saison, den Kader mit Xabi Alonso zu modernisieren, war erfolglos, Berichten zufolge reagierten die Spieler nicht gut auf seine Methoden. Pérez glaubt nun, dass ein traditionellerer, erfahrenerer Trainer erforderlich ist, um nach zwei titellosen Saisons wieder Silberware ins Bernabéu zu bringen.
Vor Pérez' Wiederwahl waren bereits Vorarbeiten für Mourinhos Ankunft im Gange, mit Vereinbarungen zur Verpflichtung des Liverpooler Innenverteidigers Ibrahima Konate und des Inter-Rechtsverteidigers Denzel Dumfries. Pérez hatte außerdem ein Gebot von 150 Millionen Euro für einen namentlich nicht genannten Spieler bei Wiederwahl versprochen, ein Versprechen, das er einhielt, indem er Michael Olise vom FC Bayern München ins Visier nahm, obwohl der deutsche Verein erklärte, er stehe nicht zum Verkauf. Weitere Ziele sind der Stürmer von Atlético Madrid, Julián Álvarez, und der Mittelfeldspieler von Chelsea, Enzo Fernández, dessen Ablösesumme bei 140 Millionen Euro liegt.
Allerdings berichtet die spanische Zeitung AS, dass Mourinho eine gegensätzliche Vision für den Teambau hat. Er lehne angeblich das „Galáctico“-Modell ab, etablierte Superstars zu verpflichten, und priorisiere stattdessen Spieler, die anpassungsfähig, fleißig und eine starke Arbeitsmoral besitzen. Mourinho soll Pérez mitgeteilt haben, dass er „keine großen Stars“ wolle, sondern „hungrige Spieler, die kämpfen und rennen wollen, Fußballer mit Ehrgeiz und ohne Ego“. Diese Haltung scheint im Widerspruch zu Pérez' Neigung zu hochkarätigen Verpflichtungen zu stehen, insbesondere angesichts jüngerer Berichte, die besagen, dass Galáctico-Spieler wie Vinicius Jr. und Kylian Mbappé innerhalb der Kabine für Zwietracht sorgen.
Potsenzielle Konflikte zwischen den beiden scheinen unvermeidlich, was durch einen früheren Rassismusvorfall mit Beteiligung von Mourinho und Vinicius Jr. noch verschärft wird, bei dem der Trainer dem Spieler die Schuld an den Beleidigungen gab, die er erfuhr. Real Madrid war in den letzten Jahren ein instabiler Ort, und es wird erwartet, dass Mourinhos Ankunft diese Spannungen verstärken wird.



