Der Präsident von FC Nantes, Waldemar Kita, hat sich öffentlich bei seinem ehemaligen Trainer Luis Castro entschuldigt und frühere kritische Äußerungen zurückgenommen. In einer Erklärung des Ligue 1-Klubs drückte Kita Bedauern aus und erklärte, er hege keine Feindseligkeit gegenüber dem portugiesischen Trainer. „Ich möchte klarstellen: Ich hege keine Feindseligkeit gegenüber Luis Castro“, sagte Kita. „Luis Castro ist ein Fußballmann und ein Profi, und es war nie meine Absicht, ihn herabzusetzen.“
Die Entschuldigung erfolgt, nachdem Castro, der Nantes von Dezember 2022 bis Mai 2023 trainierte, angedeutet hatte, rechtliche Schritte zur Verteidigung seines Rufs in Erwägung zu ziehen. Castros Amtszeit endete damit, dass Nantes in der Ligue 1 auf dem 16. Platz landete und nur knapp dem Abstieg entging. Der ehemalige Trainer von Dunkerque hatte entschieden auf Kitas anfängliche Kritik reagiert, die während eines Medienauftritts geäußert wurden, in dem der Präsident über die enttäuschende Saison des Klubs sprach.
In seiner neuen Erklärung übernahm Kita auch einen Teil der Verantwortung für die Schwierigkeiten des Teams und bezeichnete dies als kollektives Versagen. „Die sportlichen Schwierigkeiten in dieser Saison sind kollektiv und betreffen den gesamten Verein, beginnend mit mir als Präsident“, räumte er ein. Dies stellt eine deutliche Tonänderung gegenüber seinen früheren Äußerungen dar, die einen erheblichen Teil der Schuld dem Trainerstab zuschrieben.
Luis Castros Zeit bei Nantes war seine erste wichtige Trainerrolle in einer der Top-5-Ligen Europas. Bevor er zu Les Canaris kam, hatte der 62-Jährige eine umfangreiche Karriere hauptsächlich in Portugal und im Nahen Osten, mit bemerkenswerten Stationen bei Portos B-Team und dem saudischen Verein Al-Duhail. Seine Ernennung war Teil der Bemühungen von Nantes, sich nach dem Abgang des sehr erfolgreichen Trainers Antoine Kombouaré neu aufzustellen.
Der öffentliche Streit und die anschließende Versöhnung verdeutlichen den anhaltenden Druck bei Nantes, einem Verein, der in den letzten Jahren trotz des Gewinns der Coupe de France im Jahr 2022 erhebliche Turbulenzen erlebt hat. Kita, der den Verein seit 2007 besitzt, ist aufgrund seines direkten Ansatzes und häufigen Trainerwechseln oft eine polarisierende Figur gewesen. Der Verein befindet sich derzeit unter Castros Nachfolger Jocelyn Gourvennec in einer prekären Mittelfeldposition in dieser Saison.
Dieser Vorfall unterstreicht die heikle Beziehung zwischen Vereinsbesitzern und Trainern im modernen Fußball, wo öffentliche Kommentare schnell zu formellen Streitigkeiten eskalieren können. Für Nantes ermöglicht das Überwinden dieser Kontroverse dem Verein, sich auf seine unmittelbaren sportlichen Ziele zu konzentrieren, zu denen die Sicherung seines Status in der Ligue 1 für eine weitere Saison gehört. Die Lösung verhindert wahrscheinlich einen langwierigen Rechtsstreit, der für alle Beteiligten eine Ablenkung dargestellt hätte.




