Vor dem Champions-League-Halbfinale zwischen Bayern München und Paris Saint-Germain hat der ehemalige Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge Details über die gescheiterten Versuche des Vereins enthüllt, Ousmane Dembélé und Désiré Doué in der Vergangenheit zu verpflichten. Die bayerischen Giganten werden beide Spieler diese Woche in Paris treffen, nachdem sie sie in entscheidenden Transferkämpfen mit Jahren Abstand verpasst haben.
Rummenigge bestätigte gegenüber t-online das starke Interesse des FC Bayern an Dembélé bereits 2016, als der Flügelspieler beim Stade Rennes aufkam. Laut Rummenigge war der damalige Sportdirektor Michael Reschke besonders an dem Transfer interessiert, aber Borussia Dortmund sicherte sich seine Dienste. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende nannte die Ausrüsterpartnerschaft von Dortmund mit Puma als entscheidenden Faktor, da Rennes Eigentumsverbindungen zu der Sportmarke hatte, was den FC Bayern, einen Adidas-Klub, in den Nachteil brachte.
Dembélé verbrachte nur eine Saison bei Dortmund, bevor er 2017 für 105 Millionen Euro zum FC Barcelona wechselte, wo er zu einem Ballon d'Or-Anwärter wurde, bevor er 2023 zum PSG wechselte. Rummenigge räumte die Qualität des französischen Nationalspielers ein, merkte aber an, dass er „jemand ist, der Führung braucht“. Seine Kommentare unterstreichen die knappen Margen in der Elite-Rekrutierung, wo kommerzielle Allianzen die sportlichen Ergebnisse beeinflussen können.
Acht Jahre später befand sich der FC Bayern in einer ähnlichen Situation mit einem weiteren Talent von Rennes, Désiré Doué. Der Verein versuchte, den hochgelobten Mittelfeldspieler 2024 zu verpflichten, aber er entschied sich für einen Wechsel zum PSG. Rummenigge erklärte, dass Doués Wunsch, in Frankreich zu bleiben, der Hauptgrund dafür war, ein Faktor, den der FC Bayern nicht überwinden konnte, obwohl er glaubte, dass der Spieler „uns sehr gut getan hätte“. Dieses Eingeständnis unterstreicht die wachsende Herausforderung für deutsche Vereine, mit der finanziellen und geografischen Anziehungskraft der reichsten Teams Europas zu konkurrieren.
Die Reflexionen kommen zu einem bedeutsamen Zeitpunkt, da Doué und Dembélé nun Schlüsselspieler eines PSG sind, das zwischen dem FC Bayern und einem Champions-League-Finale steht. Rummenigge schlug einen philosophischen Ton an und akzeptierte, dass das Verpassen von Zielen zum modernen Fußball gehört. Er wies darauf hin, dass beide Vereine trotzdem erfolgreich waren, wobei der FC Bayern eine Mannschaft aufgebaut hat, die in der Lage ist, die späteren Phasen des Wettbewerbs zu erreichen. Dennoch dienen die verpassten Gelegenheiten als Erinnerung an das komplexe Netz aus Beziehungen, Finanzen und persönlichen Vorlieben, das den Transfermarkt bestimmt, selbst für einen Verein von der Größe des FC Bayern.




