Der ehemalige Sportdirektor von Roma, Walter Sabatini, hat die Umstände geschildert, die zu Luis Enriques Ernennung zum Trainer des Vereins im Jahr 2011 führten, und die Herausforderungen, denen er während seiner einzigen Saison in Italien begegnete. In einem Interview mit der spanischen Zeitung AS beschrieb Sabatini, wie er zunächst vom Agenten Dario Canovi auf Luis Enriques Potenzial aufmerksam gemacht wurde, der vorschlug, dass der damalige Trainer von Barça B eine Chance im Ausland suche.
Sabatini schickte seine Assistenten, Frederic Massara und Pasquale Sensibile, um Luis Enriques Trainingseinheiten mit der Barcelona-Reservemannschaft zu beobachten. Ihr Feedback war überwältigend positiv und hob die innovativen taktischen Konzepte hervor, die umgesetzt wurden. Sabatini stellte dann eine Akte mit Luis Enriques Aussagen auf Pressekonferenzen zusammen und bemerkte seinen philosophischen Ansatz zum Spiel: „Das Wichtigste ist nicht das Ziel, sondern die Reise dorthin.“
Er flog nach Barcelona, um Luis Enrique zu treffen, und war schnell von seiner Eignung für den Job bei Roma überzeugt. Obwohl kein anderer Verein der Serie A ihn in Betracht gezogen hatte, bot Sabatini ihm einen Vertrag an, den er annahm. Sabatini betonte die transformative Wirkung, die Luis Enrique auf die Trainingsmoral des Teams hatte, und stellte fest, dass Spieler wie Daniele De Rossi das Gefühl hatten, unter seiner Anleitung das Spiel neu zu lernen.
Die Beziehung zur Vereinsikone Francesco Totti erwies sich als komplexer. Luis Enrique war bereit, Totti auf die Bank zu setzen, eine Entscheidung, die Kritik von den Fans hervorrief. Sabatini erklärte, dass Luis Enrique ein Mann von Prinzipien sei, der sich weigerte, seine Ideale zu kompromittieren, selbst wenn dies das Risiko eines Konflikts mit einer beliebten Figur wie Totti bedeutete. Es wird berichtet, dass Totti Luis Enrique „Zichichi“ nannte, eine Anspielung auf einen berühmten italienischen Wissenschaftler, was trotz ihrer beruflichen Differenzen ein gewisses Maß an Respekt andeutet.
Luis Enrique verließ Roma nach einer Saison, angeblich, weil er sich durch Beleidigungen gegen seine Familie beleidigt fühlte. Sabatini enthüllte, dass der Verein sogar eine Vertragsverlängerung in Erwägung zog, er lehnte jedoch ab. Der Trainer nahm sich ein Jahr Auszeit, bevor er zu Celta Vigo wechselte. Sabatini teilte auch ein kurioses Detail über Luis Enriques Engagement mit und erklärte, dass er regelmäßig mit dem Fahrrad von zu Hause zum Training fuhr, trotz der beträchtlichen Entfernung.



