
Sebastiano Rossis 'Krawatten'-Zwischenfall markierte das Ende beim AC Mailand
Ein retrospektiver Bericht zeigt, wie ein umstrittener Vorfall auf dem Spielfeld im Jahr 1999 mit dem Torwart des AC Mailand, Sebastiano Rossi, das Ende seiner Karriere beim Verein beschleunigte. Nachdem er Cristian Bucchi, den Stürmer von Perugia, in einer Aktion, die als 'Krawatte' bezeichnet wurde, zu Boden gezogen hatte, erhielt Rossi eine Fünf-Spiele-Sperre und eine Rüge von Trainer Alberto Zaccheroni, was zum Verlust seines Stammplatzes und seinem Abgang ein Jahr später führte.
Ein umstrittener Vorfall auf dem Spielfeld mit dem Torwart des AC Mailand, Sebastiano Rossi, im Jahr 1999 beschleunigte das Ende seiner ruhmreichen Karriere beim Verein, so ein retrospektiver Bericht. Der Vorfall ereignete sich am 17. Januar 1999 während eines Serie-A-Spiels gegen Perugia im San Siro und gipfelte in einer Fünf-Spiele-Sperre für den erfahrenen Torhüter und einer erheblichen Belastung in seinem Verhältnis zum damaligen Trainer Alberto Zaccheroni.
Der Wendepunkt kam in der Nachspielzeit nach einem umstrittenen Elfmeter, der von Hidetoshi Nakata von Perugia verwandelt wurde und einen 2:1-Sieg für die Gäste besiegelte. Unmittelbar nach dem Tor konfrontierte ein wütender Rossi den Stürmer von Perugia, Cristian Bucchi, als dieser versuchte, den Ball aus dem Netz zu holen. Rossi legte seinen Arm um Buchis Hals, eine Aktion, die in den italienischen Medien später als „cravatta al collo“ oder „Krawatte“ beschrieben wurde, zog den Stürmer zu Boden und löste eine Massenkonfrontation aus.
Die Reaktion der Vereinsführung war hart. Rossi erhielt von der Sportgerichtsbarkeit eine Fünf-Spiele-Sperre wegen unsportlichen Verhaltens. Noch schädlicher war laut Bericht, dass Trainer Zaccheroni den Torwart für seine fehlende Reue über den Vorfall tadelte, was zu einer dauerhaften Entfremdung führte. Dieser disziplinarische und persönliche Rückschlag wird als das Ende von Rossis Zeit als Mailands unumstrittene Nummer eins zitiert.
Rossi, damals 35 Jahre alt, war eine legendäre Figur beim AC Mailand und war während der 1990er Jahre ein Eckpfeiler des Erfolgs der Mannschaft. Er hielt den Serie-A-Rekord für die längste ununterbrochene Zeit ohne Gegentor – unglaubliche 929 Minuten in der Saison 1993/94 – ein Rekord, der über zwei Jahrzehnte lang bestand. Seine Ruhe und Zuverlässigkeit waren die Markenzeichen seines Spiels, was den Kontrollverlust gegen Perugia besonders unangemessen und schockierend machte.
Der Vorfall und seine Folgen führten zu einem schnellen Niedergang. Rossi verlor in der folgenden Saison seinen Stammplatz an Christian Abbiati und bestritt im Mai 2000 sein letztes Spiel für den Verein. Nach 12 Jahren und über 300 Einsätzen für den AC Mailand wurde er ablösefrei entlassen und schloss sich – ironischerweise – Perugia an, bevor er 2002 nach einem kurzen Engagement bei Monza in der Serie B seine Karriere beendete. Der 'Krawatten'-Zwischenfall dient als mahnende Erinnerung daran, wie ein einziger Moment der Frustration die Position eines Spielers unwiderruflich verändern kann, selbst für einen zuvor unerschütterlichen und dekorierten Veteranen auf dem Höhepunkt seiner Karriere.



