
Selma Bacha spricht über ihre Auszeit in der französischen Nationalmannschaft und ihren Rückzugsort in Lyon nach einem Rückschlag
Die Verteidigerin von Frankreich und Olympique Lyon, Selma Bacha, hat sich offen über die emotionale Belastung durch wiederholte verletzungsbedingte Ausfälle aus dem Nationalteam geäußert, nachdem sie diesen Monat aufgrund eines Rückschlags die Mannschaft verlassen musste. Die 25-jährige Linksverteidigerin musste das aktuelle Trainingslager der französischen Nationalmannschaft verlassen, nachdem sie sich während eines Coupe de France-Spiels eine Wadenverletzung zugezogen hatte – eine Fortsetzung der Fitnessprobleme, die sie seit der Weltmeisterschaft 2023 plagen.
In einem Interview mit So Foot gab Bacha zu, dass die Freude über eine Nominierung immer von der Angst vor einer weiteren Verletzung getrübt wird. "Es ist immer schwierig, ein Trainingslager verlassen zu müssen, obwohl es immer eine Ehre ist, dabei zu sein", sagte Bacha. "Jedes Mal, wenn ich das Trainingslager verlasse, bin ich wirklich traurig." Der jüngste Rückschlag markiert ein weiteres Kapitel in einer schwierigen Zeit für die Spielerin, die aufgrund anhaltender Knöchelprobleme mehrere Länderspielpausen verpasst hat.
Bacha verriet, dass die körperlichen Probleme ihren aggressiven Spielstil nicht verändert haben, und erklärte, sie habe gelernt, mit Schmerzen zu spielen. Ihre Spezialität bei Standardsituationen bleibt bestehen, was sich in einer kürzlichen Vorlage im UEFA Women's Champions League-Spiel von Lyon gegen Wolfsburg zeigte. Sie unterschied jedoch den Druck bei einem Elfmeter von anderen Standardsituationen und bezog sich auf ihren vergebenen Elfmeter im Viertelfinale der Weltmeisterschaft 2023 gegen Australien.
Das Interview gab einen ehrlichen Einblick in Bachas mentale Erholung nach einer schwierigen UEFA Women's Euro 2025, bei der das Ausscheiden Frankreichs im Viertelfinale zu einer Welle von Online-Belästigungen gegen die Spielerinnen führte. Bacha beschrieb, wie sie sich von den sozialen Medien abmeldete, um sich und ihre Familie zu schützen. "Die Hassnachrichten und die Belästigungen habe ich noch nie erlebt", sagte sie. Obwohl sie angab, keine direkte institutionelle Unterstützung vom französischen Fußballverband erhalten zu haben, schätzte sie die öffentliche Unterstützung von Teamkolleginnen wie Griedge Mbock und Pauline Peyraud-Magnin.
Bacha identifizierte Lyon und ihre enge Freundschaft mit Kapitänin Wendie Renard als einen entscheidenden Rückzugsort in diesen Zeiten. "Wendie ist ein Fels in der Brandung, sie hat mich unter ihre Fittiche genommen, als ich ankam", sagte Bacha und beschrieb eine Bindung, die "über den Fußball hinausgeht". Renard ist auch die Quelle für Bachas Spitznamen 'Brutus', aufgrund der Kraft in ihren Schüssen.
Nun als etablierte Führungspersönlichkeit für Verein und Nationalmannschaft angesehen, nimmt Bacha die Verantwortung an, die mit ihrer Erfahrung einhergeht. Sie möchte ihre Plattform positiv nutzen und erzählte von einem Anruf bei einem jungen Fan, der ihr geschrieben hatte. Mit Blick auf die Zukunft betonte Bacha, dass die französische Nationalmannschaft nach einem unerbittlichen Wettkampfzyklus eine mentale und körperliche Erholung benötigt, da es diesen Sommer keinen großen Turnierhöhepunkt gibt. Ihr Hauptziel bleibt klar: ihren ersten großen Titel mit der französischen Nationalmannschaft zu gewinnen.


