Juventus ist Berichten zufolge offen für den Verkauf von Verteidiger Bremer in diesem Sommer, trotz seiner Bedeutung für die Mannschaft, da Trainer Luciano Spalletti glaubt, dass der Brasilianer nicht vollständig in seine taktische Vision passt. Die Nachricht kommt überraschend, angesichts Bremers Wichtigkeit für den Juventus-Kader und seines Wunsches, in Turin zu bleiben.
Laut Berichten in der italienischen Presse hatte Spalletti gehofft, dass Bremer seine Passgenauigkeit und seinen allgemeinen Beitrag zum Spielaufbau von hinten deutlich verbessern würde, aber diese Entwicklung ist nicht eingetreten. Während Spalletti Bremers Stärken in Zweikämpfen und seine Führungsqualitäten anerkennt, hat er öffentlich erklärt, dass dem Innenverteidiger die Qualitäten fehlen, um seinen bevorzugten Spielstil effektiv umzusetzen.
Spalletti kommentierte im Januar, dass Bremer „enormes Potenzial“ im Ballbesitz besäße und „gegnerische Abwehrreihen im Handumdrehen durchbrechen“ könne. Im Laufe der Saison wurde ihm jedoch bewusst, dass Bremer keine ausreichenden Verbesserungen in seiner Ballverteilung vorgenommen hatte. Nach einem Unentschieden gegen Verona bemerkte Spalletti, dass Bremer und sein Mitverteidiger Kelly „großartige Verteidiger von individueller Qualität“ seien, „aber vielleicht etwas im Spielaufbau einbüßen, in der Qualität, ins Spiel zu gehen und Chancen zu kreieren.“
Statistische Analysen von DataMb unterstützen Spallettis Einschätzung. Bremer liegt bei gewonnenen Zweikämpfen unter den Verteidigern der sieben besten europäischen Ligen im 90. Perzentil, was seine Stärke in Eins-gegen-Eins-Situationen beweist. Er fällt jedoch im 62. Perzentil für Passgenauigkeit nach vorne, im 54. Perzentil für erfolgreiche progressive Pässe und im 43. Perzentil für progressive Läufe zurück. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass Bremer zwar in der Defensive glänzt, sein Beitrag zum progressiven Spiel jedoch begrenzt ist. Juventus soll Bremer mit mindestens 40 Millionen Euro bewerten, und der FC Bayern München zeigt weiterhin Interesse am Kauf des Spielers. Ein Verkauf würde Juventus ermöglichen, seine defensiven Optionen besser an Spallettis taktische Anforderungen anzupassen.
Diese Situation verdeutlicht die sich wandelnden Anforderungen des modernen Fußballs, bei denen von Verteidigern zunehmend erwartet wird, dass sie zum ballbesitzorientierten Angriffsspiel beitragen. Bremers möglicher Abgang könnte einen Wandel in Juventus' Ansatz unter Spalletti signalisieren, der ballstarke Verteidiger priorisiert, die Angriffe von hinten initiieren können.



