Der Verteidiger von Lille OSC, Thomas Meunier, hat öffentlich erklärt, seine Profikarriere als Mittelstürmer beenden zu wollen, obwohl er über ein Jahrzehnt als Rechtsverteidiger auf höchstem Niveau gespielt hat. Der 32-jährige belgische Nationalspieler, dessen aktueller Vertrag mit Lille diesen Sommer ausläuft, machte diese überraschende Aussage in einem Interview mit Ligue 1+, in dem er seine seit langem gehegte Frustration über seine defensive Rolle zum Ausdruck brachte.
"Ich sage es deutlich: Bevor meine Karriere zu Ende ist, werde ich bei einem Verein unterschreiben, um als Nummer 9 zu spielen", sagte Meunier. Er fügte hinzu: "Es bringt mich um, Rechtsverteidiger zu spielen. Es widerstrebt mir." Der Spieler beklagte die taktischen Einschränkungen seiner Position und stellte fest, dass seine natürlichen Offensivinstinkte unterdrückt worden seien. "Ich war es gewohnt, offensiv zu sein, Tore zu schießen, Pässe zu spielen, zu dribbeln. Und jetzt, selbst einen Übersteiger zu machen... Wenn ich den Ball verliere, geht er hinter mich, das war's, es bleibt nur noch der Torwart", erklärte er.
Meuniers offensives Talent ist nicht völlig erfunden. Wie der ehemalige Trainer von Club Brügge, Juan Carlos Garrido, in einem Interview mit So Foot erinnerte, wurde Meunier zu Beginn seiner Profikarriere in Belgien ursprünglich als Stürmer eingesetzt. Garrido erklärte, er habe den Spieler während eines Europa-League-Spiels gegen Marítimo aus Notwendigkeit in einen Rechtsverteidiger umgewandelt und sofort seine Qualitäten für diese Rolle erkannt. Dieser Positionswechsel ebnete letztendlich den Weg für Transfers zum Paris Saint-Germain, Borussia Dortmund und Trabzonspor, bevor er zu Lille kam.
Der erfahrene Verteidiger, der laut Interview 68 Tore in seiner Karriere erzielt hat, scherzte sogar, er könnte als zentraler Anker für die belgische Nationalmannschaft effektiver sein als Romelu Lukaku. Seine Zukunft ist ungewiss, da sein Vertrag bei Lille am Ende der Saison ausläuft und noch keine neue Destination bestätigt wurde. Während ein Wechsel zu einem Top-Club als Stürmer unwahrscheinlich erscheint, unterstreichen Meuniers Kommentare einen Spieler, der über seinen Karriereweg nachdenkt, während er in seine letzten Phasen eintritt. Diese Offenbarung verleiht seiner bevorstehenden Vertragsfreiheit eine interessante Note, obwohl jeder Verein, der ihn in Betracht zieht, ihn wahrscheinlich immer noch als defensive Option sehen wird.




