Laut Berichten der italienischen Finanzzeitung Il Sole 24 Ore haben drei US-amerikanische Investmentfonds und Beteiligungsgesellschaften ein anfängliches Interesse am Erwerb des Torino Football Club bekundet. Die Bank of America wurde damit beauftragt, potenzielle Käufer für den Verein der Serie A zu identifizieren, ein Prozess, der vor etwa vier Monaten auf Wunsch des Präsidenten von Torino, Urbano Cairo, initiiert wurde.
Der Hauptstreitpunkt bei einem möglichen Verkauf scheint die Bewertung zu sein. Mögliche Käufer bewerten Torino mit unter 200 Millionen Euro, während Cairo eine deutlich höhere Summe anstrebt, die schätzungsweise über diesem Betrag liegt. Es bleibt abzuwarten, ob eine der anfänglichen Interessenbekundungen zu formellen Verhandlungen führt.
Cairo hatte im Mai erklärt, er sei offen für den Verkauf des Vereins an einen ausländischen Investor und sagte, er sei „sehr bereit, zurückzutreten“ und benötige kein außergewöhnlich hohes Angebot. Jüngste Berichte deuten jedoch darauf hin, dass Cairo den Verein nun mit rund 250 Millionen Euro oder mehr bewertet, wobei die potenzielle Entwicklung des Vereinsstadions, des Stadio Grande Torino, nicht berücksichtigt wird. Eine US-amerikanische Investmentgruppe würde wahrscheinlich die Kontrolle über das Stadion als Teil eines jeden Deals verlangen.
Der jüngste Finanzbericht von Torino, der im April veröffentlicht wurde, ergab einen Verlust von 13,1 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2023, nach einem Gewinn von 10,4 Millionen Euro im Jahr 2022, der durch Spielerverkäufe, darunter Alessandro Buongiorno und Wilfried Gnonto, angekurbelt wurde. Die Gesamtverschuldung ist im vergangenen Jahr von 129,9 Millionen Euro auf 160,5 Millionen Euro gestiegen. Die finanziellen Schulden belaufen sich derzeit auf 52,3 Millionen Euro.
Bei der Prüfung eines potenziellen Verkaufspreises würden die Schulden des Vereins in der Regel von der Gesamtbewertung abgezogen. Torino verfügt jedoch über etwa 14,4 Millionen Euro an liquiden Mitteln, was einen Teil der Schulden ausgleichen könnte. Unter Berücksichtigung dieser Zahlen könnte Cairo bei einer Bewertung von 250 Millionen Euro potenziell mindestens 210 Millionen Euro aus einem Verkauf erzielen. Die Situation ist dynamisch, und ein endgültiger Preis hängt von den Verhandlungen und den Motiven eines potenziellen Käufers ab. Die Zukunft des Vereins hängt von Cairos Bereitschaft ab, bei seiner Bewertung Kompromisse einzugehen, und vom Erscheinen eines ernsthaften Bieters.



