
Waldemar Kita deutet an, er hätte Nantes vor dem Abstieg bewahren können
Der Präsident des FC Nantes, Waldemar Kita, hat behauptet, der Verein hätte nicht um den Abstieg spielen müssen, wenn er sich in dieser Saison stärker in sportliche Angelegenheiten eingemischt hätte. In einem umfassenden Interview mit Eurosport verteidigte der langjährige Eigentümer seine Bilanz inmitten einer turbulenten Saison, in der Nantes in einen verzweifelten Kampf um den Klassenerhalt in der Ligue 1 verwickelt ist.
Kita, der den Verein seit 2007 besitzt, blickte auf seine oft angespannten Beziehungen zu Trainern während seiner Amtszeit zurück und überwachte 23 Trainerwechsel. Er beschrieb den Trainerberuf als einzigartig und erklärte, dass Trainer "Sie als Geisel nehmen. Mit ihnen sind Sie nicht mehr Präsident, Sie sind nichts". Trotzdem bestand er darauf, dass alle Änderungen "im Interesse des Vereins" vorgenommen wurden.
Der Präsident übte besonders scharfe Kritik an dem ehemaligen Trainer Luis Castro, der im Dezember entlassen wurde. Kita bezeichnete die Verpflichtung als seinen "größten Fehler" und stellte Castros Qualifikationen in Frage und nannte ihn einen "Pädagogen", der "keinen Erfolg haben kann". Castro ist nun beim spanischen Verein Levante, der ebenfalls gegen den Abstieg kämpft. "Dieser Trainer wird in diesem Jahr zwei Vereine abstiegen lassen", sagte Kita.
Bemerkenswert ist, dass Kita andeutete, sein eigenes zurückhaltendes Vorgehen in dieser Saison sei ein kritischer Fehler gewesen. "Es ist nicht ich, der die sportlichen Angelegenheiten regelt, das soll klar sein", sagte er. "Denn wenn ich diese Saison etwas mehr interveniert hätte, glaube ich nicht, dass wir in dieser Situation wären. Heute werden wir absteigen, weil ich alles geschehen ließ. Das bin ich mir sicher, ja." Diese Bemerkung impliziert die Überzeugung, dass ein größerer Einfluss des Präsidenten auf die Vereinsangelegenheiten die prekäre Ligaposition des Vereins hätte verändern können.
Nantes, historisch einer der erfolgreichsten Vereine Frankreichs, hatte seit dem Abstieg 2021 und der anschließenden sofortigen Rückkehr mit Konstanz zu kämpfen. Kitas Präsidentschaft war von häufigen Fanprotesten geprägt, die seine Führung und seine Ambitionen kritisierten. Die derzeitige Lage des Vereins, auf dem Relegationsplatz mit nur noch wenigen Spielen, hat die Kontrolle über seine Führung verstärkt.
Kitas öffentliche Kommentare, die die Schuld auf eine Reihe von Trainern schieben und gleichzeitig andeuten, dass er selbst es besser hätte machen können, werden eine desillusionierte Fangemeinde kaum besänftigen. Sie werfen auch einen Schatten auf das derzeitige Trainerteam unter der Leitung von Antoine Kombouaré, während sich die Mannschaft auf einen spannenden Endspurt vorbereitet. Das Interview enthüllt eine tiefe Spannung im Herzen der Vereinsstruktur, während sie der Aussicht auf eine Rückkehr in die zweite Liga entgegenblickt.


