
Wendie Renard erinnert sich daran, wie sie den ehemaligen Lyon-Präsidenten in der Champions-League-Feier durchnässte
Die Kapitänin von Olympique Lyonnais, Wendie Renard, hat enthüllt, dass das Frauenteam des Vereins einst den damaligen Präsidenten Jean-Michel Aulas bei einer Duschenfeier nach einem entscheidenden Champions-League-Sieg durchnässte. Im Gespräch mit der französischen Zeitung L'Équipe vor ihrem fünfzehnten europäischen Finale mit Lyon, diesmal gegen Arsenal, teilte Renard die Anekdote aus dem Halbfinale 2010 gegen Umea. Auf die Frage, welches Halbfinale Aulas am glücklichsten gemacht habe, beschrieb Renard den Moment, als die Spielerinnen ihn in die Umkleidekabine brachten und unter das kalte Wasser drängten.
Renard erklärte, dass die Aktion eine Geste der gemeinsamen Freude und ein seltener Anblick für das Team war. "Es hat uns Spielerinnen glücklich gemacht, ihn auch nur lächeln zu sehen und wirklich glücklich", sagte sie. Die Geschichte unterstreicht die enge, wenn auch manchmal schelmische Beziehung zwischen dem rekordbrechenden Frauenteam und dem ehemaligen Präsidenten, der ihren Aufstieg zur Dominanz überwachte. Aulas war der Architekt der Frauenabteilung von Lyon und investierte erheblich in den Aufbau eines Teams, das einen Rekord von acht Titeln in der Women's Champions League gewonnen hat.
Die Verteidigerin wurde dann gefragt, ob die derzeitige Eigentümerin, Michele Kang, eine ähnliche Behandlung erhalten würde, wenn Lyon das Finale gegen Arsenal gewinnt. Renard deutete an, dass eine solche Feier nicht unmittelbar erfolgen würde. "Ich denke, selbst wenn es einen Finalsieg gibt, werden wir noch ein wenig warten", sagte sie. Sie drückte ihren Stolz über Kangs Führung aus und sagte: "Ich bin schon glücklich und stolz, weil sie eine Frau ist, die Ambitionen hat und weiß, was sie will".
Renards Kommentare kommen am Vorabend eines weiteren wichtigen europäischen Finales für Lyon, das den Titel nach der Absetzung durch Barcelona in der vergangenen Saison zurückerobern möchte. Ihre Karriere war synonym mit dem Erfolg von Lyon, da sie seit 2006 ihre gesamte Profikarriere bei dem Verein verbracht hat und die Mannschaft zu zahlreichen nationalen und europäischen Ehren führte. Dieser Kontext macht ihre persönlichen Erinnerungen an wichtige Momente in der Vereinsgeschichte besonders bedeutsam.
Die Anekdote unterstreicht auch einen kulturellen Wandel im Verein, von der Ära Aulas zu dem neuen Eigentum unter der amerikanischen Geschäftsfrau Michele Kang. Während Aulas eine leidenschaftliche und engagierte Persönlichkeit war, die für ihre emotionalen Reaktionen bekannt war, repräsentiert Kang ein neues Kapitel. Renards Unterscheidung zwischen den beiden Feiern – eine spontane und durchnässte, die andere besonnener – spiegelt subtil diesen Übergang im Führungsstil an der Spitze des Frauenfußballs wider.



