David Sullivan ist mit sofortiger Wirkung von seinen Positionen als Co-Vorsitzender und Direktor von West Ham United zurückgetreten, bestätigte der Verein am Samstag. Der Rücktritt folgt auf Vorwürfe gegen Sullivan, die er als faktisch unrichtig und falsch bezeichnet und die sich auf sein Privatleben beziehen.
Sullivan, 77 Jahre alt, erklärte, er gehe von einer sensationslüsternen Berichterstattung über die Vorwürfe aus, die angeblich Jahrzehnte zurückliegen. Er räumte seine Vergangenheit in der Erwachsenenunterhaltungsindustrie ein und erklärte, dass er im Laufe seiner Karriere Tausenden von Frauen begegnet sei, so dass einige Vorwürfe unangemessenen Verhaltens unvermeidlich seien. Er weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe jedoch vehement zurück.
Der Geschäftsmann hat beschlossen, zurückzutreten, um sich auf seine Verteidigung gegen die Vorwürfe zu konzentrieren. West Ham veröffentlichte eine Erklärung, in der er klarstellte, dass keine der Vorwürfe den Verein oder seine Geschäftstätigkeit betreffe. Die Erklärung des Vereins bestätigte Sullivans Rücktritt und distanzierte die Organisation von den persönlichen Vorwürfen.
Dieser Schritt könnte den Weg für eine stärkere Beteiligung des derzeitigen Anteilseigners Daniel Kretinsky ebnen, der 2021 einen Anteil von 27 % am Verein erwarb. Berichte in englischen Medien deuten darauf hin, dass Kretinsky nach Sullivans Rücktritt möglicherweise seine Beteiligung ausweiten will. Der Zeitpunkt des Rücktritts fällt in eine turbulente Zeit für West Ham, das nach einer enttäuschenden Saison kürzlich aus der Premier League abgestiegen ist.
Sullivans Amtszeit bei West Ham erstreckte sich über mehr als ein Jahrzehnt und begann 2010. Er und sein Geschäftspartner David Gold überwachten eine Periode bedeutender Veränderungen im Verein, einschließlich des Umzugs ins London Stadium. Der Abstieg des Vereins wird zweifellos zukünftige Eigentumswechsel und Wiederaufbauarbeiten erschweren.




