Der OGC Nizza steht vor einer komplexen Sommerentscheidung bezüglich der Zukunft des Leihstürmers Elye Wahi, dessen erfolgreiche Zeit für den Verein entscheidend für den Kampf um die europäische Qualifikation und das Erreichen des Coupe de France-Finales war. Der 23-jährige ivorische Nationalspieler, der im Januar von Eintracht Frankfurt ausgeliehen wurde, erzielte in 15 Einsätzen sieben Tore, darunter ein wichtiger Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit gegen Marseille am vergangenen Wochenende und einen Doppelpack im Pokal-Halbfinale gegen Straßburg. Seine Leistungen haben die Position von Nizza in der Liga direkt verbessert, wo sie einen Vorsprung von fünf Punkten auf den Playoff-Platz haben, und ihren Weg ins Finale gegen Lens am 22. Mai.
Laut L'Équipe sicherte sich Nizza die Leihe, indem es etwa 200.000 Euro von Wahis monatlichem Bruttogehalt von 340.000 Euro übernahm, ein Deal, der sich für alle Beteiligten als erfolgreich erwiesen hat. Der Vertrag enthält jedoch keine Kaufoption, was Nizza nur begrenzte Möglichkeiten lässt, den Spieler über diese Saison hinaus zu halten. Der Vizepräsident des Vereins, Maurice Cohen, bestätigte den Wunsch, Wahi zu behalten, räumte aber ein, dass die Gespräche auf Eis liegen, bis die Zukunft des Vereins klarer ist, insbesondere in Bezug auf sein Budget und seine sportliche Ausrichtung.
Das Hauptproblem ist finanzieller Natur. Frankfurt wird Wahi wahrscheinlich nicht für weniger als die 26 Millionen Euro verkaufen, die sie vor fünfzehn Monaten an Montpellier für Wahi gezahlt haben, eine Summe, die derzeit über die finanziellen Möglichkeiten von Nizza hinausgeht, da der Verein seine Gehaltskosten senken möchte. Dies macht eine erneute Leihe zur wahrscheinlichsten Option aus Sicht von Nizza, ein Szenario, das Cohen andeutete. Dieser Weg ist jedoch mit Komplikationen verbunden. Wahis bevorstehende Teilnahme an der Weltmeisterschaft mit der Elfenbeinküste bietet eine globale Bühne, die seinen Wert steigern und weitere Interessenten auf sich ziehen könnte.
Für Frankfurt bietet Wahis erfolgreiche Wiederbelebung in der Ligue 1 eine strategische Wahl: einen nun selbstbewussten Spieler in den eigenen Kader zu integrieren, ihn mit Gewinn zu verkaufen oder ihn erneut zu verleihen. Nizza hofft, dass seine starke Form bis zum Ende der Saison anhält und so die Argumente für einen weiteren temporären Deal gestärkt werden. Wahi selbst blieb Mitte April zurückhaltend und erklärte lediglich, dass er derzeit Frankfurt gehört. Seine unmittelbare Wirkung, nach einer Knöchelverletzung, die ihn kurz nach seiner Ankunft außer Gefecht setzte, hat ihn jedoch zu einer zentralen Figur in den Zielen von Nizza zum Saisonende und ihrem dringendsten Transferdilemma gemacht.



