Fenerbahçe hat Trainer Domenico Tedesco nach einer deutlichen 3:0-Niederlage gegen Erzrivale Galatasaray im Istanbuler Derby am Sonntag entlassen. Der türkische Verein gab die Entscheidung am Montag bekannt und bestätigte, dass auch Sportdirektor Devin Özek und Fußballkoordinator Berke Celebi ihre Ämter verlassen. Assistent Zeki Murat Göle, der seit 2014 Mitarbeiter des Vereins ist, wird die Mannschaft interimsweise für die letzten drei Spiele der Süper Lig-Saison betreuen.
Tedescos Entlassung ist die dritte Trainerwechsel in einer turbulenten Saison für Fenerbahçe. Der deutsch-italienische Trainer war erst im September 2025 verpflichtet worden und ersetzte den entlassenen José Mourinho. Göle hatte bereits nach Mourinhos Entlassung im August als Interimstrainer fungiert, dies ist also sein zweiter Einsatz in dieser Rolle in dieser Saison. Die Erklärung des Vereins, die auf der Social-Media-Plattform X veröffentlicht wurde, verwies auf Entscheidungen des Vorstands im Anschluss an die Derby-Niederlage.
Die deutliche Niederlage gegen Galatasaray hat die Meisterschaftshoffnungen von Fenerbahçe zunichte gemacht. Sie liegen nun auf dem zweiten Tabellenplatz, sieben Punkte hinter ihren Rivalen und haben nur noch drei Spiele zu bestreiten. Fenerbahçe hat die türkische Meisterschaft seit 2014 nicht mehr gewonnen, eine Durststrecke, die sich nun voraussichtlich um ein weiteres Jahr verlängern wird. Das Derby-Ergebnis hat Galatasaray den klaren Weg zum Titel geebnet.
Domenico Tedesco, 39 Jahre alt, kam mit einem Ruf ins Şükrü Saracoğlu Stadion, der auf seiner Arbeit mit der deutschen Nationalmannschaft und früheren Vereinsstationen basierte. Seine Amtszeit konnte jedoch nicht die nötige Konstanz liefern, um eine nachhaltige Titelkampagne aufzubauen. Die Entscheidung, sich zu trennen, spiegelt den immensen Druck und die hohen Erwartungen bei einem der größten Vereine der Türkei wider, wo ein zweiter Platz oft als Misserfolg angesehen wird.
Die weitreichenden Veränderungen gehen über den technischen Bereich hinaus und deuten auf eine umfassendere Umstrukturierung hin. Die Abgänge von Sportdirektor Devin Özek und Koordinator Berke Celebi deuten darauf hin, dass die Vereinsführung vor einem entscheidenden Sommer eine neue Richtung sucht. Der unmittelbare Fokus des Interimsstabs wird darauf liegen, einen Vizemeistertitel und die Qualifikation für die Champions League zu sichern, aber für die Saison 2026-27 wird nun ein umfassender Umbau erwartet.




