Ein belgisches Zweitliga-Aufstiegs-Play-off-Halbfinale zwischen Beerschot und Patro Eisden wurde am Montag vorübergehend unterbrochen, nachdem Heimfans beleidigende Gesänge gegen den gegnerischen Mittelfeldspieler Radja Nainggolan gerichtet hatten. Das Spiel, das Beerschot letztendlich mit 3:2 nach Verlängerung gewann und sich damit für das Finale qualifizierte, wurde vom Schiedsrichter nach anhaltender Belästigung von Nainggolan gestoppt, dessen Mutter 2010 verstarb.
Der Vorfall ereignete sich, nachdem Nainggolan, ein ehemaliger belgischer Nationalspieler mit 30 Länderspielen für die Roten Teufel, Patro Eisden in der zweiten Halbzeit mit 2:1 in Führung gebracht hatte. Laut Aufnahmen von DAZN Belgique reagierte der 36-jährige Mittelfeldspieler auf die Gesänge von den Rängen, was dazu führte, dass Gegenstände, darunter Becher, auf den Platz geworfen wurden. Der Trainer von Patro Eisden, Stijn Stijnen, verteidigte seinen Spieler und erklärte, der Schiedsrichter habe richtig gehandelt, als er das Spiel unterbrach. „Es hörte nicht auf, der Schiedsrichter hatte Recht, das Spiel zu unterbrechen. Radja blieb sehr ruhig, sogar im Hinspiel, wo er bereits beleidigt worden war. Er hat seine Mutter verloren und enorm unter diesem Verlust gelitten. Jeder weiß, wie sensibel dieses Thema für ihn ist“, sagte Stijnen.
Nachdem die Ordnung wiederhergestellt war, wurde das Spiel fortgesetzt, aber Nainggolan wurde kurz darauf in einem überraschenden taktischen Schritt ausgetauscht. Er wurde durch den Co-Trainer Yassin Gueroui ersetzt, der seit 2024 kein professionelles Spiel mehr bestritten hatte. Der Wechsel brachte für Patro Eisden nicht den gewünschten Erfolg, da Beerschot einen späten Ausgleich erzielte und schließlich in der Verlängerung den Sieg sicherstellte.
Das Spiel hatte dramatisch begonnen, als Beerschot bereits nach 14 Sekunden einen Elfmeter zugesprochen bekam, der von Brian Plat verwandelt wurde. Nainggolans Tor schien seine Mannschaft auf Kurs für das Finale zu bringen, bevor sich die unangenehmen Vorfälle ereigneten. Der ehemalige Star von Roma, Inter Mailand und Cagliari schloss sich 2023 Patro Eisden an, einem Verein in der zweitniedrigsten Amateurklasse Belgiens, und brachte dem Team wertvolle Erfahrung mit.
Die Ereignisse werfen einen Schatten auf ein entscheidendes Spiel in der belgischen Fußballpyramide, in der die Vereine um einen Platz in der höchsten Spielklasse, der Jupiler Pro League, kämpfen. Beerschot wird nun im Finale gegen Lommel SK antreten, wobei der Sieger aufsteigt. Der Vorfall wirft auch Fragen nach dem Verhalten der Fans in hochriskanten Umgebungen der unteren Ligen auf, in denen Spieler Ziel intensiven psychischen Drucks werden können.




