Bruno Genesio wurde am Mittwoch offiziell als neuer Trainer von Olympique Marseille vorgestellt und unterzeichnete einen Zwei-Jahres-Vertrag, bestätigte der Verein. Die Ernennung erfolgt zu einer Zeit, in der Marseille eine bedeutende Phase des Spielerverkaufs erwartet, um die finanziellen Vorschriften der DNCG, der Finanzaufsichtsbehörde der französischen Fußballliga, einzuhalten.
Berichten von L’Équipe zufolge informierte die Führung von Marseille die DNCG über Pläne für zahlreiche Abgänge von Spielern im Laufe der Saison 2026-2027. Während der Verein noch keine Verkäufe abgeschlossen hat, haben andere Ligue 1-Teams wie Olympique Lyon und AS Monaco bereits Spieler abgegeben, um ihre Gehaltskosten zu senken – Afonso Moreira zu Bayer Leverkusen und Caio Henrique zu Ajax, um nur einige zu nennen.
Der neue Sportdirektor Grégory Lorenzi hat in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Trainer Medhi Benatia Beratern angeblich eine Liste von Spielern zur Verfügung gestellt, die für einen Transfer in Frage kommen. Diese Liste umfasst Ulisses Garcia, Amine Harit und Neal Maupay, die alle von Leihen bei Sassuolo, Basaksehir und Sevilla FC zurückkehren, sowie Geoffrey Kondogbia und Pierre-Emerick Aubameyang. Der Verein bevorzugt Transfers gegenüber Vertragsauflösungen, um eine gewisse finanzielle Flexibilität zu erhalten.
Die Situation um Aubameyang, der kürzlich 37 Jahre alt wurde, wird als weniger kompliziert angesehen. Marseille hofft, eine Ablösesumme von rund 1,5 Millionen Euro für den gabunischen Nationalspieler zu erzielen, wobei Interesse aus der Türkei, der Major League Soccer, Saudi-Arabien und Spanien besteht – insbesondere von Betis und Atlético Madrid, die bereits im Januar Interesse bekundeten. Aubameyang soll offen für eine Zusammenarbeit mit Genesio sein, was die Möglichkeit eröffnet, eine zweite Vertragsverlängerung zu aktivieren.
Marseilles übergeordnetes Ziel ist es, die Gehaltskosten von etwa 160 Millionen Euro für die Saison 2025-2026 auf unter 100 Millionen Euro zu senken. Spieler, die passende Angebote erhalten, werden voraussichtlich gehen dürfen, darunter auch Amine Gouiri, der im Januar das Interesse von Juventus geweckt hatte. Pierre-Emile Höjbjerg, der auf rund 10 Millionen Euro geschätzt wird, ist ebenfalls ein möglicher Abgang, obwohl sein Gehalt eine Herausforderung für potenzielle Interessenten darstellt. Hamed Junior Traoré erregt die Aufmerksamkeit von Auxerre, während Angel Gomes und Leonardo Balerdi als Möglichkeiten gesehen werden, Gewinne zu erzielen.
Fenerbahçe umwirbt Mason Greenwood und hat sich mit seinem Vertreter geeinigt, aber seine Transferangebote liegen unter der Mindestanforderung von Marseille von 50 Millionen Euro. AS Rom bleibt ein starker Anwärter auf Greenwoods Unterschrift. Atlético Madrid wird voraussichtlich ebenfalls in den Wettbewerb um den 24-Jährigen eintreten, wobei Trainer Diego Simeone seine Offensive nach einem wahrscheinlichen Abgang von Julian Alvarez verstärken möchte. Atléticos Interesse gilt Greenwood speziell als Torabschlussspieler und nicht als Rechtsaußen.




