Der Hamburger SV hat sich auf die Verpflichtung von Kathleen Krüger, einer Führungskraft beim FC Bayern München, als neue Sportdirektorin geeinigt, wie NDR berichtet. Die 40-Jährige wird die Rolle übernehmen, die seit dem Ausscheiden von Stefan Kuntz im Januar vakant ist, und es wird erwartet, dass sie in Kürze einen Vertrag unterzeichnet. Krüger wird sich die Führung des Vorstands des Bundesliga-Klubs mit dem Vorstandsvorsitzenden Eric Huwer teilen, wenn sie in diesem Sommer antritt.
Der Aufsichtsrat des Vereins soll am Dienstagabend eine Mehrheitsentscheidung zugunsten von Krüger getroffen haben. Sie ist derzeit Leiterin Organisation und Infrastruktur beim FC Bayern München, Aufgaben, die sie voraussichtlich auch in ähnlicher Kapazität beim HSV übernehmen wird, zusätzlich zur Unternehmenskommunikation. Laut Berichten wird die tägliche Transferarbeit weiterhin in der Verantwortung des Sportdirektors Claus Costa liegen.
Krügers Ernennung ist ein bedeutender Schritt für den Traditionsverein, auch wenn es nicht das erste Mal ist, dass eine Frau eine Position im Vorstand des HSV innehat. Katja Kraus war von 2003 bis 2011 Mitglied des Vorstands und wurde damals zur ersten Frau im Vorstand eines Bundesliga-Klubs. Der Schritt folgt auch einem breiteren Trend im deutschen Fußball, mit Tatjana Haenni, die zu Beginn dieses Jahres die Position der Vorstandsvorsitzenden bei RB Leipzig übernommen hat.
Die Suche nach einem Nachfolger für Kuntz dauert seit vier Monaten, in denen Huwer und Costa die Aufgaben des scheidenden Direktors übernommen haben. Weitere namhafte Personen wurden mit der Position in Verbindung gebracht, darunter der ehemalige Direktor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Oliver Bierhoff und der Sportdirektor von Borussia Dortmund, Sebastian Kehl.
Kuntz' Abgang zu Beginn dieses Jahres wurde von erheblichen öffentlichen Meinungsverschiedenheiten begleitet, was zu einem Führungsvakuum zu einem kritischen Zeitpunkt für den Verein führte. Der HSV kämpft unter Trainer Merlin Polzin derzeit um den Klassenerhalt in seiner ersten Saison nach dem Aufstieg im vergangenen Jahr. Die Ernennung von Krüger wird als ein Schritt gesehen, um Stabilität und eine neue Perspektive in die Fußballoperationen des Vereins zu bringen, während er die Zukunft plant, unabhängig davon, in welcher Liga er in der nächsten Saison antritt.




