Jeff Bezos, der Gründer von Amazon und derzeit die viertreichste Person der Welt, befindet sich Berichten zufolge in Gesprächen, um in den Liverpool Football Club zu investieren und potenziell rund 30 % des Vereins zu erwerben. Der Deal wird von Amit Bhatia geleitet, einem britisch-indischen Unternehmer und ehemaligen Miteigentümer von Queens Park Rangers, der am Dienstag von seiner Position bei QPR zurücktrat, um die Transaktion zu erleichtern. Laut Berichten aus Italien wird der Verein bei einer ersten Bewertung auf etwa 4,5 Milliarden Pfund geschätzt, wobei die Beteiligung, die Bezos in Betracht zieht, rund 1,35 Milliarden Pfund kosten soll.
Dies wäre Bezos' erste direkte Investition in eine professionelle Sportfranchise, obwohl er zuvor die Übernahme von NFL-Teams wie den Seattle Seahawks und den Washington Commanders in Erwägung gezogen hatte. Diese Bemühungen blieben jedoch erfolglos, und Amazon hat sich im Bereich der Fußballübertragungen etabliert, indem es die Rechte an Premier League-Spielen im Vereinigten Königreich für sechs Saisons hält und derzeit Champions League-Spiele in mehreren europäischen Ländern streamt. Bhatias Beteiligung rührt von seinen familiären Verbindungen her; er ist der Schwiegersohn von Lakshmi Mittal, einer prominenten Persönlichkeit in der Stahlindustrie.
Liverpool hat kürzlich Rekordumsätze von über 700 Millionen Pfund bekannt gegeben, was auf eine starke finanzielle Position hindeutet. Der Verein gehört derzeit der Fenway Sports Group (FSG), die auch die Boston Red Sox in der Major League Baseball besitzt. FSG erwarb Liverpool im Jahr 2010 und beaufsichtigte eine Periode bedeutenden Erfolgs auf dem Spielfeld, darunter einen Champions-League-Titel und eine Premier-League-Meisterschaft.
Die potenzielle Investition von Bezos wirft Fragen nach den langfristigen Plänen der FSG und ihrer Bereitschaft auf, einen erheblichen Teil des Eigentums abzugeben. Obwohl die finanzielle Gesundheit von Liverpool stark ist, könnte eine externe Investition zusätzliche Ressourcen für den Stadionausbau, Spielertransfers und die allgemeine Vereinsinfrastruktur bereitstellen. Der Schritt könnte auch eine Verschiebung in der Landschaft des Premier League-Besitzes signalisieren, mit einem wachsenden Interesse von Personen mit sehr hohem Nettovermögen.




