Borussia Dortmund und Sportdirektor Sebastian Kehl haben sich auf eine vorzeitige Vertragsauflösung geeinigt, die bis 2027 gelaufen wäre, wie Sky Deutschland berichtet. Der Abgang wird als einvernehmliche Lösung dargestellt, um zukünftige Rechtsstreitigkeiten zwischen Verein und Funktionär zu vermeiden. Die Hauptsorge des BVB bei der Trennung betrifft Kehls verbleibende Gehaltsverpflichtungen, die auf rund 2 Millionen Euro geschätzt werden.
Laut BILD soll Kehl im Rahmen der Vereinbarung eine Abfindung von etwa 1,5 Millionen Euro erhalten. Der 46-Jährige wird während des Bundesliga-Spiels gegen Eintracht Frankfurt am Dienstagabend vor den Dortmund-Fans verabschiedet. Diese öffentliche Anerkennung unterstreicht den Wunsch des Vereins, nach seinem Ausscheiden eine positive Beziehung zu Kehl zu pflegen.
Kehl übernahm 2022 die Position des Sportdirektors beim BVB und folgte auf Michael Zorc nach einer langen Spielerkarriere beim Verein. Als Spieler war Kehl 13 Jahre lang ein Leistungsträger im Dortmunder Mittelfeld, Kapitän der Mannschaft und gewann 2011 den Bundesliga-Titel. Sein Übergang in den Vorstand sah vor, sowohl Erfolge als auch Herausforderungen zu überwachen, einschließlich der Bewältigung einer turbulenten Trainersuche nach der Entlassung von Marco Rose und der anschließenden Verpflichtung von Edin Terzić.
Es mehren sich die Spekulationen, dass Kehl ein führender Kandidat für die vakante Position des Sportdirektors bei Tottenham Hotspur ist. Der Premier League-Klub sucht seit dem Abgang von Fabio Paratici im vergangenen Jahr nach einem Nachfolger, und Kehls Erfahrung im europäischen Fußball sowie sein Ruf, Talente zu erkennen und zu fördern, machen ihn zu einer attraktiven Option. Sollte er das Angebot von Tottenham annehmen, würde er mit dem Wiederaufbau des Kaders und der Etablierung einer klaren Spielphilosophie unter dem neuen Trainer Ange Postecoglou betraut werden. Dieser Schritt könnte eine Verlagerung in der Transferstrategie von Tottenham hin zu einem datengesteuerten und langfristigen Ansatz bedeuten.
Sein Abgang beim BVB hinterlässt eine Lücke in der Führungsstruktur des Vereins, und die Suche nach einem Nachfolger soll umgehend beginnen. Dortmund muss einen Sportdirektor finden, der die Tradition des Vereins fortsetzen kann, junge Spieler zu entwickeln und auf höchstem europäischem Niveau zu konkurrieren.



