
Kompany für das Hinspiel des Champions-League-Halbfinals gegen PSG gesperrt
Der Cheftrainer des FC Bayern München, Vincent Kompany, wird für das Hinspiel des Champions-League-Halbfinals gegen Paris Saint-Germain gesperrt sein. Die Sperre erfolgt, nachdem Kompany im dramatischen 4:3-Sieg im Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid am Mittwoch eine Gelbe Karte wegen unsportlichen Verhaltens erhalten hatte.
Die Verwarnung wurde nach einem entscheidenden Moment im Spiel ausgesprochen. Nachdem Kylian Mbappé für Real Madrid zum 3:2 getroffen hatte, protestierte Kompany beim Schiedsrichter Daniele Orsato und argumentierte, dass das Spiel einige Augenblicke zuvor hätte unterbrochen werden müssen, als sein Verteidiger Josip Stanišić nach einem Foul von Antonio Rüdiger am Boden lag. Gemäß den UEFA-Regeln wird ein Trainer für ein Spiel gesperrt, nachdem er drei Gelbe Karten erhalten hat, eine Schwelle, die Kompany nun erreicht hat.
In einem Interview mit DAZN nach dem Spiel äußerte der belgische Trainer seine Frustration über die Entscheidung und die Disziplinarbestimmungen des Dachverbands. „Ich glaube nicht, dass die Entscheidung richtig ist, wenn man sich ansieht, was auf dem Platz passiert, wie viele Leute sich beschweren und Dinge sagen“, sagte Kompany. „Ich versuche immer respektvoll zu bleiben, und das war ich auch. Aber es ging alles so schnell und jetzt bin ich gesperrt. Ich denke, es war normal, dass ich in dieser Phase etwas sage. Unser Spieler lag am Boden. Die Gelbe Karte kam für mich viel zu schnell. Ich war überrascht.“
Kompany, der erst im vergangenen Sommer das Amt beim FC Bayern übernahm, kritisierte die Sperrregeln weiter und deutete an, dass sie im neuen erweiterten Format der Champions League zu hart seien. „Wir müssen das erste Spiel in Paris ohne mich an der Seitenlinie bewältigen“, sagte er. „In diesem neuen Champions-League-Format gibt es so viele zusätzliche Spiele, und doch ist es immer noch so streng. Man wird bereits nach drei Gelben Karten gesperrt. Das gilt auch für die Spieler.“
Das Fehlen des Trainers an der Seitenlinie stellt für den FC Bayern vor dem entscheidenden Hinspiel in Paris am 28. April eine erhebliche logistische Herausforderung dar. Die direkte Kommunikation von Kompany mit seinen Spielern und seine Fähigkeit, während des Spiels Anpassungen vorzunehmen, werden gegen eine starke PSG-Mannschaft unter der Leitung von Luis Enrique fehlen. Die Co-Trainer müssen verstärkte Rollen bei der Weitergabe von Anweisungen und der Verwaltung von Auswechslungen von der technischen Bank übernehmen.
Dieser Vorfall markiert ein weiteres Kapitel in einer turbulenten ersten Saison für Kompany in Deutschland. Mit dem Auftrag, die Mannschaft nach einer titellosen Saison wieder aufzubauen, hat er eine schwierige Bundesliga-Saison gemeistert, aber nun eine beeindruckende Fahrt bis in die Vorschlussrunde des wichtigsten europäischen Vereinswettbewerbs hingelegt. Die Sperre fügt eine unerwünschte Komplikation hinzu, während er sich auf das wichtigste Spiel seiner bisherigen Bayern-Zeit vorbereitet.
Der Kontext der Verwarnung selbst wird auch bei den Bayern-Bossen für Unmut sorgen, da sie sich auf einen umstrittenen Nicht-Pfiff bezog, der einem Madrider Tor in einem hektischen und hochriskanten Spiel vorausging. Obwohl die Mannschaft letztendlich weitergekommen ist, wirkt sich die Folge direkt auf ihre Vorbereitung auf die nächste Runde aus. Wie der FC Bayern sich an die erzwungene Abwesenheit seines Trainers an der Seitenlinie anpasst, könnte ein kleiner, aber potenziell entscheidender Faktor in einem ausgeglichenen Halbfinal-Duell sein.



