Ralf Rangnick hat ein Angebot, technischer Direktor bei AC Milan zu werden, abgelehnt und sich entschieden, weiterhin Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft zu bleiben. Die Entscheidung folgt auf eine Wartezeit auf eine Rückmeldung von den Rossoneri, die Rangnick, laut Berichten aus Boston, zunehmend frustrierend fand.
Rangnick, 67 Jahre alt, befand sich in Gesprächen mit Milan-Besitzer Gerry Cardinale über eine umfassende Überholung der technischen Struktur des Vereins. Er soll die volle Kontrolle über den sportlichen Bereich gefordert haben, einschließlich der Ernennung eines neuen Cheftrainers – wobei Oliver Glasner und Peter Jaissle als potenzielle Kandidaten genannt wurden – und der Verpflichtung von Schlüsselpersonal wie Sportdirektor Johannes Spors und Scout Christopher Vivell. Rangnicks Vision beinhaltete die Implementierung einer hochintensiven, Pressing-basierten Philosophie im gesamten Verein, von der ersten Mannschaft bis zur Jugendakademie.
Quellen aus dem Umfeld der österreichischen Nationalmannschaft deuten darauf hin, dass der Verband bereits vor der Teilnahme seiner Mannschaft an der Weltmeisterschaft an Rangnicks Engagement glaubte. Präsident Josef Pröll äußerte Optimismus hinsichtlich einer Vertragsverlängerung und erklärte, beide Seiten seien sich über die wichtigsten Punkte einig. Rangnick selbst soll seinen Wunsch bekräftigt haben, Österreich bis 2028 weiter zu betreuen, wobei er Klarheit und ein Gefühl der Bedeutung priorisierte – Eigenschaften, die er in Milans Ansatz vermisste.
Das anhaltende Schweigen von Milan nach ersten Gesprächen erwies sich als entscheidend. Rangnick, der in seinen früheren Trainerämtern bereits ähnliche Probleme mit Einmischung erlebt hatte, war nicht bereit, eine Position ohne garantierte Autonomie anzunehmen. Das Versäumnis des Vereins, eine definitive Antwort zu geben, führte zu seiner Entscheidung, sich voll und ganz seinen Aufgaben bei Österreich zu widmen, die ihre Weltmeisterschaftskampagne gegen Jordanien beginnt. Dies erschwert Cardinales Pläne für einen umfassenden Umbau des Milan-Kaders nach dem Verpassen der Qualifikation für die Champions League.



