
Rumänien entlässt Mircea Lucescu, Gheorghe Hagi als Nachfolger im Visier
Der Rumänische Fußballverband hat Nationaltrainer Mircea Lucescu nach dem Scheitern der Mannschaft an der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 entlassen. Laut rumänischen Medien ist die Nationallegende Gheorghe Hagi der Favorit auf seine Nachfolge. Lucescus Vertrag, der im August 2024 begann, wurde nach einer Niederlage in den Play-offs gegen die Türkei beendet.
Lucescus Entlassung wurde durch eine 2:1-Niederlage gegen die Türkei unter Trainer Vincenzo Montella in der vergangenen Woche ausgelöst, die Rumäniens Hoffnungen auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko zunichte machte. In einer Erklärung bedankte sich der Verband bei Lucescu für seine Dienste und hob seine Bilanz von elf Siegen, einem Unentschieden und sechs Niederlagen während seiner zweiten Amtszeit hervor. Tage nach der entscheidenden Niederlage wurde Lucescu aufgrund einer plötzlichen Krankheit ins Krankenhaus eingeliefert, erholte sich aber rechtzeitig, um bei einem anschließenden Freundschaftsspiel gegen die Slowakei auf der Bank zu sitzen.
Dies markiert das Ende einer langen und erfolgreichen Verbindung zwischen Lucescu und der rumänischen Nationalmannschaft. Er betreute die Mannschaft bereits in den 1980er Jahren und führte sie 1984 erstmals in der Geschichte zur Qualifikation für eine Europameisterschaft. Seine Rückkehr fast vier Jahrzehnte später wurde als Versuch gesehen, an diesen Erfolg anzuknüpfen, aber das Scheitern an der WM-Qualifikation erwies sich als entscheidend. Sein ursprünglicher Vertrag war ein Zwei-Jahres-Vertrag, der bis zum Turnier 2026 laufen sollte.
Der Fokus liegt nun auf seinem potenziellen Nachfolger. Mehrere rumänische Medien berichten, dass Gheorghe Hagi die bevorzugte Wahl des Verbandes ist. Hagi, mittlerweile 61 Jahre alt, gilt als der größte rumänische Spieler aller Zeiten und erhielt während seiner glanzvollen Karriere in Vereinen wie Real Madrid, Barcelona und Galatasaray den Spitznamen „Der Maradona der Karpaten“. Seine Erfahrung als Trainer mit der Nationalmannschaft ist jedoch kurz; er war kurz nach seinem Rücktritt vom aktiven Fußball einige Monate im Jahr 2001 als Spielertrainer tätig.
Seitdem hat sich Hagi einen Ruf als Talentförderer erworben und die renommierte Akademie und den Verein FCV Farul Constanța gegründet, die er ebenfalls leitet. Seine Ernennung würde eine Abkehr von einem langfristigen Projekt darstellen, das sich auf die Förderung der nächsten Generation rumänischer Spieler konzentriert. Die unmittelbare Aufgabe für den neuen Trainer wird die Vorbereitung auf die bevorstehende UEFA Nations League-Kampagne sein, die in diesem Herbst beginnt, und der Aufbau auf die Qualifikation für die Europameisterschaft 2028.
Der Schritt des Verbandes unterstreicht die hohen Erwartungen an die Nationalmannschaft nach einer Periode von Untererfolgen bei großen Turnieren. Während Lucescus Vermächtnis aus seiner ersten Amtszeit intakt bleibt, haben die modernen Anforderungen an das internationale Management zu einem schnellen Wandel geführt. Hagis mögliche Installation wird als ein Schritt gesehen, um das Land hinter einer nationalen Ikone zu vereinen und sowohl die aktuelle Mannschaft als auch die Fußballöffentlichkeit vor einem neuen Zyklus zu inspirieren.



