
Valère Germain enthüllt Atlético-Torwart-Geheimnis hinter dem Fehlschuss im Europa-League-Finale 2018
Der ehemalige Stürmer Valère Germain hat enthüllt, dass eine spezifische taktische Anweisung an den Torwart von Atlético Madrid, Jan Oblak, der Schlüsselfaktor hinter seinem berüchtigten Fehlschuss im Europa-League-Finale 2018 war. In einem Interview mit L'Équipe schilderte der ehemalige Stürmer von Marseille und Monaco den traumatischen Moment, der seiner Mannschaft eine wahrscheinliche frühe Führung gegen Atlético Madrid in Lyon kostete.
Germain erklärte die Sequenz, die in der dritten Minute des Spiels stattfand. Nach einem Pass von Dimitri Payet fand er sich eins gegen eins mit Oblak wieder. „Ich kam mit der Absicht, meinen Schuss zu kreuzen, aber Jan Oblak schloss den Winkel und ließ den nahen Pfosten offen“, sagte Germain. „Seit meiner Jugend schießt man in solchen Situationen über den Torwart hinweg. Dort war ich überrascht. Ich habe im letzten Moment gewechselt und komplett verfehlt.“ Marseille verlor das Finale schließlich mit 3:0.
Jahre später lieferte ein Gespräch mit dem ebenfalls professionellen Fußballspieler Benjamin Lecomte die fehlende Erklärung. Lecomte, der für Atlético gespielt hatte, informierte Germain, dass Oblaks Torwarttrainer ihn speziell darauf trainiert hatte, die Option des fernen Pfostens in solchen Szenarien zu blockieren und den Stürmer absichtlich zu verleiten, auf den nahen Pfosten zu schießen. „Wenn ich dieses Detail gewusst hätte, hätten Marseille und Dimitri Payet vielleicht einen Titel gewonnen“, reflektierte Germain.
Der 33-jährige Franzose gab im Januar nach einem letzten Engagement bei Sanfrecce Hiroshima in Japan seinen Rücktritt bekannt. Er verbrachte die besten Jahre seiner Karriere in der Ligue 1, insbesondere bei Monaco, wo er 2017 die Meisterschaft gewann, und später bei Marseille. Seine Karriere war geprägt von harter Arbeit und klugen Bewegungen, obwohl die verpasste Chance im Europafinale eine prägende, schmerzhafte Erinnerung blieb.
Germains Enthüllung bietet einen seltenen Einblick in die minutiösen, vorgeplanten Details, die große Finales entscheiden. Sie unterstreicht, wie die Elitevorbereitung über Feldspieler hinausgeht, wobei Torhüter darauf trainiert werden, die Entscheidungsfindung eines Angreifers in Sekundenbruchteilen zu manipulieren. Das Geständnis schließt ein Kapitel über eines der meistdiskutierten verpassten Chancen im modernen französischen Fußball und liefert eine technische Antwort auf eine Frage, die die Fans von Marseille seit sechs Jahren beschäftigt.


